Private Equity: Sponsor-Deals dominieren Exit-Markt in Europa
Mangels Börsengängen und strategischer Käufer greifen Private-Equity-Häuser in Europa zunehmend auf Verkäufe untereinander zurück. Im ersten Quartal 2026 entfielen laut dem US-Analysehauses PitchBook mehr als drei Viertel des Exit-Volumens auf sogenannte Sponsor-to-Sponsor-Transaktionen.
Konkret lag ihr Anteil am Exit-Wert bei 76,1 Prozent – ein deutlicher Anstieg gegenüber 49,6 Prozent im Gesamtjahr 2025. Gleichzeitig sank der Gesamtwert der Exits im Quartalsvergleich um 9,5 Prozent, die Anzahl der Transaktionen brach um 31,3 Prozent ein. Hintergrund sind neben dem weiterhin geschlossenen IPO-Fenster auch eine zunehmende Zurückhaltung strategischer Käufer, verschärft durch geopolitische Unsicherheiten.
„Der Exit-Markt wird aktuell fast ausschließlich von Verkäufen zwischen Finanzinvestoren getragen“, erklärte PitchBook-Analyst Nicolas Moura. Teilweise veräußerten Fonds ihre Beteiligungen sogar über sogenannte Continuation Vehicles an sich selbst. Unternehmen blieben dadurch länger in privater Hand – sowohl aus strukturellen Gründen als auch zur Sicherung besserer Bewertungen.
Die Aktivität konzentriert sich zudem auf wenige große Deals: 16 Transaktionen über jeweils mehr als eine Milliarde Euro machten rund zwei Drittel des gesamten Exit-Volumens aus. Kleinere und mittelgroße Verkäufe bleiben dagegen weitgehend aus.
Neue Ansätze wie die britische Handelsplattform PISCES könnten zwar zusätzliche Liquiditätsoptionen schaffen, dürften die Dominanz von Sponsor-zu-Sponsor-Deals kurzfristig jedoch kaum brechen. (DFPA/abg)
PitchBook ist ein US-amerikanisches Finanzdaten- und Analyseunternehmen, das sich auf Private Equity, Venture Capital, Mergers & Acquisitions (M&A) und andere Bereiche der privaten Kapitalmärkte spezialisiert hat. Das Unternehmen wurde 2007 gegründet und gehört seit 2016 zur Morningstar Inc., einem großen Anbieter von Finanzinformationen und Investmentanalysen.