Während sich die makroökonomische Großwetterlage weiter eintrübt, wächst in der Private-Equity-Branche das Interesse an alternativen Strukturen und neuen Managern. Das zeigt das aktuelle „Global Private Capital Barometer“ von Coller Capital, einem der führenden Investoren im Sekundärmarkt für Private Assets.
Die Private-Capital-Branche steht vor einer Phase tiefgreifender Umbrüche. Die Suche nach Alpha führt LPs zu neuen Managern, flexibleren Strukturen – und einer Neubewertung altgedienter Partnerschaften. Demnach erwarten 38 Prozent der befragten institutionellen Investoren (Limited Partners, LPs), dass in den kommenden drei bis fünf Jahren mehr neue Private-Equity-Gesellschaften entstehen als durch M[&]A-Prozesse vom Markt verschwinden. Vor allem in Asien rechnet eine Mehrheit mit einem Aufschwung spezialisierter Spin-out-Firmen – ein Trend, der sich auch in Europa abzeichnet.
Mega-Fonds unter Performancedruck
Zwar gelten Mega-Fonds mit einem Volumen über 20 Milliarden US-Dollar als hilfreich bei der Portfolio-Konstruktion, doch 71 Prozent der LPs bezweifeln, dass sie langfristig die gewünschten Renditen liefern. Das Vertrauen in etablierte General Partners (GPs) schwindet: Ein Drittel der Investoren erwartet, dass in zehn Jahren weniger als die Hälfte der heutigen Top-10-GPs noch zur Spitzengruppe zählen werden.
Secondaries und Private Credit besonders gefragt
Bei den Anlagepräferenzen zeigt sich ein deutliches Muster: Fast die Hälfte der LPs plant, ihr Engagement in Private Credit auszubauen, dicht gefolgt von Secondaries (37 Prozent). “Private Credit entwickelt sich zu einem zentralen Baustein institutioneller Portfolios”, so ein Coller-Sprecher. Besonders gefragt seien strukturell risikoärmere Segmente wie Corporate Lending, während etwa Consumer Finance oder Projektfinanzierung nur auf geringes Interesse stoßen.
Geopolitik und Klima als größte Risiken
Fast jeder zweite Investor hat laut Studie seine Risikoanalyse in den letzten fünf Jahren um geopolitische Faktoren erweitert. Auch Klimarisiken und makroökonomische Unsicherheiten (Inflation, Handelskonflikte) spielen für die Portfoliosteuerung eine zunehmend gewichtige Rolle.
Evergreen-Fonds und KI als neue Wachstumstreiber
Ein Drittel der LPs investiert inzwischen in semi-liquide, sogenannte Evergreen-Strukturen. Gleichzeitig setzen viele GPs auf den Einsatz künstlicher Intelligenz, insbesondere zur Effizienzsteigerung und im Supply Chain Management. ESG bleibt für LPs ein zentrales Kriterium – nicht nur zur Risikoreduktion, sondern zunehmend auch als Renditehebel. [nbsp](DFPA/abg)
Die vollständige Studie erhalten Sie hier.
Coller Capital ist einer der weltweit führenden Investoren im Sekundärmarkt für Private Equity. Das 1990 gegründete Unternehmen mit Hauptsitz in London verwaltet aktuell rund 40 Milliarden US-Dollar und ist mit Niederlassungen in Europa, Nordamerika und im asiatisch-pazifischen Raum international aufgestellt. Das Haus gilt als Pionier in der Entwicklung innovativer Strukturen für den Handel mit Fondsanteilen und anderen illiquiden Private-Markets-Vehikeln.