Investitionen in deutsche Bildungseinrichtungen sind attraktiv. Das hat mehrere Gründe: In vielen Regionen ist der Gebäudebestand veraltet, zahlreiche Schulgebäude müssen saniert, Ersatzneubau muss geschaffen werden. Ferner ist aufgrund der zurückliegenden Zuwanderungswellen der Bedarf gestiegen. Die Mehrheit der Kommunen kann die Investitionen weder personell noch finanziell stemmen. Daher werden häufiger privatwirtschaftliche Partner für Planung und Bau der wichtigen Infrastrukturobjekte gesucht. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „Investieren in Bildungseinrichtungen in Deutschland (am Beispiel Schule)” der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC.
„Investoren, die einen langfristigen und risikoarmen Anlagehorizont verfolgen, sollten sich mit Bildungsimmobilien befassen. Im Vergleich zu anderen Immobilien-Assets sind die erzielbaren Ausschüttungsrenditen stabil, nachhaltig und attraktiv. Die Nettoanfangsrenditen für Bildungseinrichtungen im Bestand liegt bei circa 4,5 bis 5,5 Prozent“, erläutert Benjamin Schrödl, Partner bei PwC Deutschland und Head of Real Estate M[&]A Germany. Investitionen in Bildungsimmobilien seien zudem gesellschaftlich von zentraler Bedeutung und nachhaltige, stabile Investments.
Der Investitionsstau bei Schulimmobilien beläuft sich in Deutschland auf rund 55 Milliarden Euro. Bis 2030 werden laut Schätzungen der Kultusministerkonferenz etwa 700.000 zusätzliche Schulplätze benötigt, vor allem in allgemein- und berufsbildenden Schulen. Gegenüber 2024 entspricht diese Prognose einem Zuwachs von sechs Prozent.
Schulimmobilien haben Social Impact
Für Anleger seien Investments in diese Spezialimmobilien sinnvoll. Bildungsimmobilien verfügten über einen hohen Social Impact. Gerade für Neubauvorhaben gilt, dass sie umfassende ESG-Kriterien erfüllen. Das erleichtere Investoren die Finanzierung der Objekte.
Für Investitionen in Bildungseinrichtungen gibt es laut PwC verschiedene Wege. Bestandsgebäude können verkauft und dann vom neuen Eigentümer saniert und erweitert werden, um danach an die Kommune zurückvermietet zu werden (Sale and lease back). Ferner können Investoren mit einem passenden Grundstück an die Gemeinden herantreten oder vorhandene kommunale Flächen erwerben, kaufen oder pachten und darauf den gewünschten Schulneubau errichten. Je nach Finanzierungsstruktur des Investments lässt sich eine laufende EK-Rendite in Höhe von rund sechs bis acht Prozent abbilden (ohne Berücksichtigung etwaiger Fördermittel) – bei einem geringen Betreiber- und Mietausfallrisiko. Bei Projektentwicklungen sind im Markt Renditeerwartungen von über sieben Prozent zu beobachten. Während in Deutschland Investments in Bildungseinrichtungen noch kaum verbreitet sind, sehe dies im europäischen Ausland anders aus: Investitionen in Schulimmobilien seien dort eine verbreitete Vermögensanlage insbesondere für langfristige Investoren wie Pensions-, Versicherungs- und Versorgungsanlagegelder, aber auch Family Offices. (DFPA/mb1)
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