Viele Investmentmanager setzen entweder auf quantitative Analysen oder auf fundamentales Research. Ein quantamentaler Ansatz verbindet beides, erläutert Nicolas Gazin, Head of Quantamental Equity bei dem Vermögensverwalter Degroof Petercam Asset Management (DPAM).
Quantitative Modelle seien skalierbar, konsistent und sie könnten große Datenmengen effizient verarbeiten. Die fundamentale Analyse liefere Tiefe, Urteilsvermögen und ein Verständnis dafür, wie Unternehmen funktionieren. Wer beide Ansätze kombiniert, könne systematische Erkenntnisse nutzen und diese qualitativ einordnen.
Im quantamentalen Prozess werden zunächst Tausende von Unternehmen untersucht. Es gehe darum, Merkmale zu identifizieren, die mit einer langfristigen Überrendite in Verbindung stehen. Jedes Unternehmen werde anhand mehrerer Dimensionen eingeschätzt, darunter Bewertung, Wachstum, Profitabilität, Markt Momentum, Gewinnrevisionen, finanzielle Stärke, Risikokennzahlen und ESG-Aspekte. Anhand dieser Daten werden die Unternehmen vergleichbar und lassen sich nach Attraktivität sortieren. Empirische Beobachtungen stützen die zugrundeliegende Logik.
Modellergebnisse seien noch keine Anlageentscheidungen. Aber sie lieferten eine erste Vorauswahl. Den nächsten Schritt übernimmt die fundamentale Analyse. Jetzt werden Geschäftsmodelle, Wettbewerbspositionierung, Bilanzqualität und die Nachhaltigkeit der Ertragskraft bewertet. So sollen die quantitativen Signale bestätigt und mögliche Fehlindikationen ausgefiltert werden.
Schließlich werden die quantitativen Ergebnisse und die fundamentalen Überzeugungen in einem Portfolio zusammengeführt. Einer der wesentlichen Vorteile des quantamentalen Ansatzes sei, dass er verhaltensbedingte Verzerrungen reduzieren könne. Systematische Modelle förderten Konsistenz und helfen, Reaktionen zu vermeiden, die durch kurzfristige Marktbewegungen getrieben sind. Das Ergebnis sei ein Ansatz, der Konsistenz biete, ohne in Starrheit zu verfallen. Dank datenbasierter Selektion und vertiefender Analyse könne der quantamentale Ansatz unterschiedliche Marktumfelder berücksichtigen – und gleichzeitig Investmentdisziplin wahren. (DFPA/mb)
Degroof Petercam Asset Management (DPAM), mit Hauptsitz in Brüssel, ist eine Asset-Management-Gesellschaft. Neben Publikumsfonds werden Vermögensverwaltungsmandate für institutionelle Investoren gemanagt.