Europas Quantencomputing-Branche verzeichnet einen kräftigen Zufluss von Wagniskapital. Im Jahr 2025 sammelten Start-ups in diesem Technologiefeld rund 1,5 Milliarden Euro ein – ein Plus von etwa 170 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie aus Daten des Analysehauses PitchBook hervorgeht. Damit erreicht die Finanzierung in Europa einen Höchststand.
Lange galt Quantencomputing vor allem als Domäne von Forschungseinrichtungen und staatlichen Programmen. Doch steigende öffentliche Investitionen, technologische Fortschritte und erste milliardenschwere Übernahmen locken zunehmend private Investoren an. Mehrere große Finanzierungsrunden („Mega-Rounds“) sowie neue spezialisierte Fonds unterstreichen den Trend.
Zuletzt schloss der Pariser Wagniskapitalgeber Quantonation einen auf Quantentechnologien spezialisierten Fonds mit einem Volumen von 220 Millionen Euro. Auch der dänische Investor 55 North legte einen eigenen Quantenfonds auf, der bei Erreichen seines Zielvolumens von 300 Millionen Euro zu den größten Vehikeln dieser Art zählen würde.
Im September erreichte das finnische Unternehmen IQM nach einer Finanzierungsrunde über 300 Millionen Euro Unicorn-Status. Berichten zufolge verhandelt nun das Pariser Start-up Pasqal über eine weitere Kapitalaufnahme in Höhe von rund 200 Millionen Euro bei einer Bewertung von mehr als einer Milliarde Dollar.
Rückenwind erhält die Branche auch aus Brüssel. Die Europäische Kommission stellte im vergangenen Sommer eine Strategie vor, mit der Europa bis 2030 eine führende Rolle im Bereich Quantentechnologien einnehmen soll. In den vergangenen fünf Jahren wurden nach EU-Angaben mehr als elf Milliarden Euro an öffentlichen Mitteln für Quantenforschung und -infrastruktur bereitgestellt.
Für zusätzliche Dynamik sorgen erfolgreiche Exits. So übernahm das US-Unternehmen IonQ im September den britischen Entwickler Oxford Ionics für mehr als eine Milliarde Dollar. Der Deal bescherte den beteiligten Risikokapitalgebern hohe Renditen und verstärkte das Interesse an europäischen Quanten-Start-ups weiter. (DFPA/abg)
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