Wealth-Management-Kunden streben in unsicheren Zeiten nach Sicherheit, so lautet eine wesentliche Erkenntnis des „EY Global Wealth Research Report“ des Beratungsunternehmens EY. Generell konnten vier globale Trends im abgelaufenen Jahr beobachtet werden: Vermögende Kunden haben einen gestiegenen Bedarf an persönlicher Beratung durch ihre Vermögensverwalter, neigen zu einer höheren Diversifizierung ihrer Portfolios, gewichteten Bargeld deutlich über und bevorzugen feste Entgelte.
Der Bericht, für den rund 3.600 Vermögensverwaltungskunden in 30 Ländern befragt wurden, darunter mehr als 1.000 in Europa und mehr als 130 in Deutschland, stellte auch fest, dass viele HNWI (high-net-worth-individuals) unzureichend auf Erbschaften und Vermögensübertragungen vorbereitet sind, Bedenken beim Einsatz von KI haben und zunehmend nach alternativen Investments suchen.
Diese Erkenntnisse gelten gleichermaßen für den deutschen Markt. Obwohl die Höhe des jährlich in Deutschland festgesetzten vererbten und verschenkten Vermögens ein Allzeithoch von mehr als 121 Milliarden Euro erreicht hat, gaben fast die Hälfte der deutschen Kunden an, sich für den Vermögenstransfer über Generationen hinweg nicht oder nur einigermaßen gut vorbereitet zu fühlen – ein deutlicher Fingerzeig in Richtung Wealth Manager und betreuende Banken.
Kunden erwarten zunehmend Integration der KI
„Das Thema Künstliche Intelligenz macht auch vor dem Wealth Management nicht halt. Global beobachten wir, dass die Erwartungen der Kunden steigen, dass Vermögensverwalter und Privatbanken Künstliche Intelligenz in ihre Prozesse integrieren, um Kundennutzen zu schaffen. In Deutschland liegt dieser Wert bereits bei 50 Prozent, in Asien sogar bei über 70 Prozent. Dies verdeutlicht die Richtung, in die sich die Branche entwickeln muss“, erläutert Sebastian Schäfer, Director und Leiter Wealth [&] Private Banking Consulting, EY Financial Services Deutschland. Besonders ausgeprägt sind die Erwartungen bei deutschen HNWI mit 52 Prozent und sehr wohlhabenden Kunden (VHNWI) mit 72 Prozent, wobei gerade auch für diese Kunden das Thema Datensicherheit und -schutz auch eine herausragende Rolle spielt.
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist das wachsende Interesse an alternativen Investments. Fast ein Drittel (32 Prozent) der befragten deutschen Kunden planen, ihre Allokationen in alternative Anlageklassen zu erhöhen. Besonders stark ist das Interesse bei den sehr wohlhabenden (VHNWI) Kunden mit 44 Prozent und den HNWI-Kunden mit 33 Prozent – trotz auch geäußerter Bedenken hinsichtlich dieser Anlagekategorie. (DFPA/mb)
Ernst [&] Young ist ein unter dem Kürzel EY global operierendes Netzwerk rechtlich selbstständiger und unabhängiger Unternehmen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Transaktionsberatung, Risk Advisory, Financial Advisory sowie Unternehmens- beziehungsweise Managementberatung und klassische Rechtsberatung.