Trotz eines herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Umfeldes wird eine zunehmende Nachfrage nach individuellen Anlageformen im Immobiliensektor verzeichnet. Insbesondere ausländische, kapitalstarke Investoren mit hoher Eigenkapitalquote zeigen verstärkt Interesse, so heißt es im „Marktreport Retail Investment“ des Immobilienberatungsunternehmens Robert C. Spies.
Neben Core- und Core+-Produkten rücken zunehmend auch Value-Add-Investments in den Fokus. Deutschland gilt im europäischen Vergleich weiterhin als stabiler und attraktiver Investitionsstandort – insbesondere für internationale Anleger.
Die Transaktionsentwicklung im Jahr 2025 zeigt ein differenziertes Bild – es fanden nur sehr selektiv größere Deals statt. So tätigte Slate Asset Management zwei bedeutende Ankäufe: Im März erwarb der kanadische Investor ein Portfolio mit 45 Immobilien aus dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH) für rund 420 Millionen Euro – und im Oktober folgte der Kauf eines weiteren Portfolios mit sechs LEH-Objekten für etwa 100 Millionen Euro. Insgesamt zeigen sich Investments über 50 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr rückläufig, während Portfolio-Deals und kleinere Einzeltransaktionen leicht zunehmen.
Die digitale Transformation sei endgültig im Einzelhandel angekommen. Internationaler Wettbewerbsdruck und ein dynamisches Kundenverhalten erforderten die kontinuierliche Anpassung von Konzepten, Geschäftsmodellen und internen Prozessen. Grundlage hierfür sei eine umfassende Datenbasis im Sinne eines ganzheitlich gesteuerten Unternehmens. Positive Effekte zeigten sich insbesondere in der Sortimentspflege, der Bedarfsvorhersage, der Tourenplanung und einem effizienten Restantenmanagement.
Im Investmentbereich bleiben die Renditeanforderungen institutioneller Anleger herausfordernd, da in vielen Assetklassen noch keine vollständige Anpassung der Kaufpreisvorstellungen erfolgt sei. Zahlreiche Eigentümer hätten in den vergangenen Jahren über kurzfristige Bridge-Finanzierungen Liquidität geschaffen. Diese Finanzierungen laufen üblicherweise über zwei bis drei Jahre und erfordern im Anschluss oft eine Folgefinanzierung. Sollte diese nicht gelingen, könnte ein verstärkter Verkaufsdruck das Immobilienangebot deutlich erhöhen – und damit zu eher sinkenden Preisen führen. (DFPA/mb)
Robert C. Spies Unternehmensgruppe ist ein national agierender Immobiliendienstleister mit Sitz in Bremen.