In seinen „Global Capital Markets Reports“ hat der Immobiliendienstleister Savills die voraussichtlichen kurz- und langfristigen Auswirkungen der jüngsten makroökonomischen und geopolitischen Unsicherheiten untersucht. Das Unternehmen kommt zu dem Schluss, dass die Fundamentaldaten der Büro- und Industriemärkte weltweit langfristig solide bleiben.
Für den Bürosektor stellt Savills fest, dass das Transaktionsvolumen im ersten Quartal mit 35 Milliarden US-Dollar weltweit zwar niedrig blieb, aber dennoch eine gewisse Dynamik bei den Büroinvestitionen zu verzeichnen ist, da die Durchschnittsrendite in den fünfzehn wichtigsten globalen Märkten in diesem Quartal zum ersten Mal seit drei Jahren unverändert blieb. Das Interesse größerer institutioneller und grenzüberschreitender Investoren am Bürosektor nimmt ebenfalls zu: Zusammengenommen haben diese Gruppen ihren Marktanteil am Transaktionsgeschehen Anfang 2025 auf fast 50 Prozent erhöht, gegenüber rund 40 Prozent im vergangenen Jahr.
Die mögliche Einführung von Zöllen und die damit verbundene makroökonomische Unsicherheit könnten sich kurzfristig auf die Vermietungsaktivitäten und damit auf die Stimmung der Investoren auswirken, so Savills. Die Gesamtnachfrage nach Büroflächen werde jedoch größtenteils vom Dienstleistungssektor bestimmt, der keinen Zöllen unterliegt, so dass der internationale Immobilienberater nur geringe langfristige Auswirkungen erwartet. Savills zufolge könnte die wirtschaftliche Unsicherheit dazu führen, dass einige Gruppen von Büronutzern Bedarf an weiteren Flächen haben. Zudem spreche das mangelnde Angebot für Investitionen in erstklassige Büros, zumal die Projektentwicklung absehbar noch schwieriger sein wird.
Der Industrie- und Logistikmarkt ist laut Savills der am ehesten durch Disruptionen und Zölle gefährdete Immobiliensektor, was den Anstieg der Investitionen in diesem Sektor im ersten Quartal 2025 um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr (auf 41 Milliarden US-Dollar) zunichte machen könnte. Der US-amerikanische Vermietungsmarkt werde wahrscheinlich am stärksten von Störungen betroffen sein, während die ost- und südostasiatischen Exportmärkte ebenfalls anfällig erscheinen, da sie große Handelsdefizite mit den USA aufweisen. Die australischen und europäischen Märkte mit ihren ausgewogeneren Handelsbeziehungen zu den USA und einem knapperen Angebot an inländischen Industrie- und Logistikflächen dürften laut Savills jedoch relativ widerstandsfähig sein. Langfristig könnte auch eine Zunahme der Nearshoring-Aktivitäten einige Vorteile bringen. (DFPA/mb)
Savills plc ist ein weltweit tätiges Immobilien-Dienstleistungsunternehmen mit Sitz in London. Tätigkeitsschwerpunkte sind Beratungs-, Management- und Transaktionsdienstleistungen.