Family Offices haben sich schon immer mit Komplexität auseinandergesetzt. Die neueste Ausgabe der „Schroders Global Investor Insights Survey“ deutet aber darauf hin, dass das Jahr 2025 von erhöhter Unsicherheit und dem Bedarf an robusten Portfoliostrategien geprägt sein wird.
Die Umfrage, an der 90 Family Offices aus der ganzen Welt teilnahmen, erfasst den Stimmungsumschwung am Markt, der in der ersten Hälfte des Jahres 2025 stattfand. Sie liefert eine Momentaufnahme der Art und Weise, wie Family Offices und andere Anlegergruppen die aktuellen Risiken einschätzen und wie sie in ihrer Vermögensaufteilung darauf reagieren. Die Umfrage unterstreicht auch die wachsende Attraktivität aktiv verwalteter Strategien: Fast neun von zehn Family Offices gaben an, dass sie ihre Allokationen in aktive Strategien im kommenden Jahr wahrscheinlich erhöhen werden.
Die US-Politik rückt in den Mittelpunkt
Die Hauptsorge der Family Offices hat sich von Inflation und Zinssätzen auf die Unvorhersehbarkeit der US-Politik verlagert. Neun von zehn Befragten nennen die anhaltende Unsicherheit in der US-Handelspolitik als geopolitisches Thema mit dem größten Einfluss auf ihre Investitionsentscheidungen.
Als Grund zur Sorge wurden die Beziehungen zwischen China und Taiwan (53 Prozent) genannt sowie die Konflikte in Europa und im Nahen Osten (beide 36 Prozent). Fast zwei Drittel (64 Prozent) der befragten Family Offices erwarten in den nächsten zwölf Monaten eine größere Volatilität als während der Inflationsschocks von 2022 bis 2023. Eine ähnlich große Mehrheit (59 Prozent) glaubt, dass die kommenden Marktschwankungen die der Krise in der Eurozone von 2010 bis 2012 übertreffen könnten. Auch das Risiko einer Marktkonzentration steht ganz oben auf der Agenda. Fast vier von fünf Family Offices (78 Prozent) sind misstrauisch, was die Konzentration im S[&]P 500 angeht, wo eine Handvoll Mega-Cap-Aktien den Index dominieren.
Während im vergangenen Jahr ein stetiger Fokus auf Dekarbonisierung und thematisches Investieren festgestellt wurde, haben sich die Prioritäten im heutigen Umfeld verschoben. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Family Offices nennen den Aufbau der Widerstandsfähigkeit des Portfolios als ihr wichtigstes Anlageziel für die nächsten zwölf bis 18 Monate. Nur noch ein Prozent hält die Dekarbonisierung für ein kritisches Thema in naher Zukunft. Das langfristige Argument für Investitionen in die Energiewende gelte jedoch weiterhin. (DFPA/mb)
Schroders plc ist eine unabhängige Vermögensverwaltung mit Sitz in London.