„Nach zwei Jahren mit unmittelbarer Auswirkung von Krieg in Europa, Inflation und Zinsanstieg kehrt wieder leichter Optimismus bei den Menschen zurück und sie fühlen sich etwas selbstbestimmter. Sich aber finanziell selbstbestimmt zu fühlen, ist in unserem Land dennoch nicht selbstverständlich. Grund dafür sind vor allem hohe Lebenshaltungskosten und Mieten. Dabei bleibt abzuwarten, wie sich aktuelle und künftige Entwicklungen in der Politik, Gesellschaft und Wirtschaft in Deutschland auf die finanzielle Selbstbestimmung der Menschen auswirken. Selbstbestimmung ist ein fragiles Konstrukt, das wir wertschätzen müssen“, fasst Dirk von der Crone, CEO Swiss Life Deutschland, die Ergebnisse des sechsten „Selbstbestimmungsbarometers“ zusammen.
Der Versicherungs- und Finanzberatungskonzern Swiss Life untersucht seit 2019 das Gefühl von Selbstbestimmung und Zuversicht der Bevölkerung in Bezug auf Finanzen und darüber hinaus. Insgesamt fühlen sich 57 Prozent der befragten Menschen in ihrem Leben grundsätzlich selbstbestimmt. Diese Entwicklung ist im Vergleich zu den sinkenden Werten der vergangenen Jahre (2022: 56 Prozent, 2023: 53 Prozent) als Aufwärtstrend zu betrachten. Trotzdem bleiben die Werte unter denen aus den Jahren 2021 (59 Prozent) und 2020 (63 Prozent). Daneben blicken 37 Prozent der befragten Personen grundsätzlich positiv in die Zukunft. Auch das ist ein gestiegener Wert: 2022 und 2023 waren es noch 29 Prozent, die uneingeschränkt positiv in die Zukunft gesehen haben.
Für einen großen Teil der Menschen ist finanzielle Selbstbestimmung wichtig: 81 Prozent der befragten Personen wünschen sich, dass sie ihr Leben finanziell selbstbestimmt gestalten können. Finanziell selbstbestimmt zu sein, bedeutet für die meisten befragten Menschen wiederum, dass sie eigene Entscheidungen treffen können (44 Prozent), ausreichend Geld haben (41 Prozent) und abgesichert sind (38 Prozent). Trotz der hohen Wichtigkeit sieht die Realität der Menschen in Deutschland anders aus, wenngleich auch hier die Werte wieder ansteigen: Jede zweite Person fühlt sich in Bezug auf ihre finanzielle Situation selbstbestimmt (50 Prozent), 2023 waren es noch 47 Prozent.
Inflation und Mietkosten bremsen finanzielle Selbstbestimmung
Die befragten Personen geben unterschiedliche Restriktionen von finanzieller Selbstbestimmung an. Für die meisten (64 Prozent) sind Inflation und Preissteigerungen die Gründe für eine Einbuße an finanzieller Selbstbestimmung. Hohe Mieten inkl. Kosten für Heizung und Strom (38 Prozent) sowie geringes Einkommen (36 Prozent) folgen mit etwas Abstand. Und nur 38 Prozent sagen, dass ihre aktuelle finanzielle Situation dafür sorgt, dass sie ein selbstbestimmtes Leben führen können.
Mit Blick auf die Altersvorsorge fühlen sich 43 Prozent selbstbestimmt. Aber nur 28 Prozent sagen, dass ihre gesetzliche Rente und private Altersvorsorge für ein finanziell selbstbestimmtes Leben im Alter ausreichen werden. Etwas weniger als ein Drittel der Befragten (32 Prozent) sagt zudem, dass ihr eigener Haushalt finanziell gut abgesichert ist. Und auch das Vertrauen in den Staat ist mau: 17 Prozent der befragten Personen sagen, dass sie auf die staatliche Unterstützung vertrauen, sollten sie einmal in finanzielle Schieflage kommen. (DFPA/mb1)
Die Swiss Life Holding AG ist ein Lebensversicherungskonzern mit Sitz in Zürich und deutscher Niederlassung in Garching bei München. Auf dem deutschen Markt ist Swiss Life mit mehreren Marken präsent und bietet Privat- und Firmenkunden individuell zugeschnittene Lösungen rund um die Themen Versicherung, Vorsorge und Vermögen an.