Seit dem historischen Börsengang im Juni 2026 und der Eingliederung von xAI präsentiert sich SpaceX als völlig neu aufgestellter Technologiekonzern. Die Berichterstattung gliedert sich seither in drei zentrale Segmente, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Space, Connectivity und AI. Das merkt Für Johannes Jahn von der Fürst Fugger Privatbank an.
Das traditionelle Space-Segment wachse solide durch vermehrte Großkundenmissionen. Aufgrund hoher Entwicklungskosten für das Starship V3 mache es dennoch operative Verluste. Das eigentliche finanzielle Fundament bilde nach wie vor der Bereich Connectivity, also Starlink. Mit einem Umsatzsprung und stark steigenden Abonnentenzahlen sei das die hochprofitable Gewinnmaschine des Konzerns. Dynamisches Wachstum komme auch aus dem AI-Segment, in das im Zuge der Restrukturierung auch „X“ (ehemals Twitter) inklusive der KI Grok integriert wurde. Die Erlöse steigen hier zwar rasant, vorerst aber zum Preis massiver operativer Verluste.
Für Jahn stehen bei der Beurteilung von SpaceX der Cashflow und die Investitionsdynamik im Fokus: „Dank starker Nachfrage und vorschüssiger Kundenzahlungen ist das operative Geschäft von SpaceX mittlerweile profitabel. Ein Blick auf die Liquidität offenbart jedoch einen gigantischen Kapitalbedarf.“ So habe SpaceX im ersten Halbjahr 2026 noch einen operativen Cashflow von 3,47 Milliarden US-Dollar verbucht – bei Investitionsausgaben von über 28 Milliarden US-Dollar. Allein 83 Prozent dieser Mittel entfielen auf den Ausbau von AI-Infrastruktur und Rechenzentren. „Das aktuelle Investitionstempo führt zu einem monatlichen Kapitalabfluss von rund 4,2 bis 5,2 Milliarden US-Dollar“, sagt Jahn. Und das trotz rund 100 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln aus dem Rekord-IPO und etwa 25 Milliarden US-Dollar aus Anleihenemissionen.
Die mathematische Konsequenz aus dieser Bilanz ist für Jahn eindeutig: „Bei unveränderten Investitionen in den KI-Ausbau reichen die vorhandenen finanziellen Mittel für SpaceX rechnerisch nur noch für rund 19 bis 24 Monate.“ Das Unternehmen verbrenne das Geld zwar nicht im klassischen Startup-Sinne, skaliere jedoch mit extremer Geschwindigkeit und müsse vor Aufzehrung der Reserven frisches Fremd- oder Eigenkapital aufnehmen. Jahn: „Der Zugang zum Kapitalmarkt bleibt für SpaceX die zentrale Lebensader.“ (DFPA/mb)
Die Fürst Fugger Privatbank Aktiengesellschaft hat ihren Sitz in Augsburg. Die Bank versteht sich als professioneller Finanzdienstleister für alle Anliegen rund um die private Geldanlage vermögender Privatkunden.