Serviced Apartments in unterschiedlichen Varianten gelten seit einigen Jahren als Nutzungsalternative insbesondere für Hotel- und Büroimmobilien, die einer Nutzungsänderung bedürfen. Nach einer Take-Off-Phase mit sehr hohen Zuwachsraten sieht Aengevelt Immobilien erste Indikatoren für den Übergang in die Ausreifungsphase.
Serviced Apartments besetzen die Nische zwischen dem Hotel und der Mietwohnung. Von Größe, Grundriss, Ausstattung und Privatsphäre ähneln sie möblierten Wohnungen, die zumindest eine Kitchenette, wenn nicht eine vollständige Küche aufweisen. Hotelähnliche Serviceleistungen wie Zimmerreinigung, Wäsche- und Bügelservice, Zimmerservice, Conciergedienste (auch digital) und Mobilitätsdienste können in der Regel gegen Entgelt zugebucht werden. Die Länge des Aufenthalts ist variabel, von der Einzelnacht bis hin zu Langzeitaufenthalten von mehreren Wochen oder sogar Monaten mit entsprechend degressiver Preisgestaltung, je nach Länge des Aufenthalts.
Business Research Insights erwartet für den weltweiten Markt für Serviced Apartments eine kontinuierliche Steigerung des Umsatzvolumens von 32,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf 66,0 Milliarden US-Dollar im Jahr 2033. Dabei soll der absolute jährliche Zuwachs relativ konstant bleiben, während die prognostizierten jährlichen Wachstumsraten von über 30 Prozent im Jahr 2026 auf nur noch rund sechs Prozent im Jahr 2033 sinken – eine im Produktlebenszyklus typische Erscheinung, wenn die Take-Off- beziehungsweise Expansionsphase in die Ausreifungsphase übergeht.
Für Deutschland berichtete Anett Gregorius vom Apartmentservice auf der von ihr initiierten Branchentagung So!Apart von einem bundesweiten Bestand an Serviced Apartments von 59.200 Einheiten in 1.090 Häusern, was gegenüber dem Vorjahr einem Zuwachs von 4.300 Einheiten beziehungsweise einer Wachstumsrate von 7,8 Prozent entspricht. Bis 2028 wird ein Zuwachs um weitere 17.650 Einheiten erwartet, also um rund 30 Prozent gegenüber dem jetzigen Stand. Einige Märkte, insbesondere Frankfurt am Main, zeigen allerdings erste Sättigungserscheinungen, so dass das größte Wachstum in Zukunft in den B-, C- und D-Städten erwartet wird.
Sättigungserscheinungen zeigen sich auch an der Auslastungsquote, die gegenüber dem Vorjahr um 6,5 Prozentpunkte auf 76,5 Prozent zurückgegangen ist. Die Average Daily Rate (ADR) stieg im Rahmen der Inflation geringfügig auf 95,91 Euro, während der wichtigere Kennwert Revenue per Available Room (RevPAR) auslastungsbedingt auf 69,59 Euro sank. Zum Vergleich: Am besonders starken Londoner Markt beträgt die RevPAR 164 Euro.
Auch bei den Gästen sind Verschiebungen zu beobachten. Erstmals ist das Leisure-Segment, also Nutzer, die die Apartments für private, nicht geschäftliche Zwecke buchen, mit einem Anteil von 51 Prozent gegenüber dem Business-Segment in Führung gegangen. 56 Prozent der Gäste kommen inzwischen aus Deutschland. Damit verschiebt sich der Fokus von Longstays internationaler Geschäftsreisenden in A-Städten auf Kurzzeitaufenthalte heimischer Touristen auch in kleineren Städten. (DFPA/ljh)
Aengevelt ist ein Immobiliendienstleister mit Sitz in Düsseldorf. Das Unternehmen wurde 1910 gegründet und beschäftigt rund 130 Mitarbeiter.