Am deutschen Investmentmarkt für Gewerbe- und Wohnimmobilien belief sich das Transaktionsvolumen im ersten Halbjahr 2026 laut Immobiliendienstleister Savills auf rund 14,7 Milliarden Euro und lag damit auf dem Niveau des Vorjahres (circa 14,4 Milliarden Euro). Wie schon im vergangenen Jahr war das zweite Quartal auch im laufenden Jahr deutlich umsatzschwächer als das erste Quartal.
War es im vergangenen Jahr die US-Zollpolitik, die den Markt ab dem Frühjahr belastete, bremste laut Savills nun der anhaltende Konflikt im Nahen Osten die Aktivität.
Am stärksten nahm die Zahl der Transaktionen bei Wohnimmobilien zu – trotzdem lag das Transaktionsvolumen fünf Prozent unter dem Vorjahreswert, weil die Transaktionen im Durchschnitt merklich kleiner ausfielen als im Vorjahr. Gleichwohl blieb das Wohnsegment im ersten Halbjahr das bei Weitem umsatzstärkste (circa 3,8 Milliarden Euro). Es folgen Industrie- und Logistikimmobilien sowie Büros (je 2,3 Milliarden Euro), deren Umsatz jeweils etwa ein Zehntel über dem Vorjahresniveau lag. Der Umsatz mit Handelsimmobilien ging dagegen um mehr als ein Drittel auf knapp 1,8 Milliarden Euro zurück. Mit einem Anstieg von 50 Prozent wiesen Gesundheits-/Sozialimmobilien das größte Umsatzplus aller Nutzungen auf. Zudem ist es das einzige Segment, bei dem das Transaktionsvolumen über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre lag (plus 42 Prozent).
Dass Einrichtungen der öffentlichen Hand bei einigen der größten Transaktionen des laufenden Jahres auf Käuferseite standen, spiegelt sich auch in ihrem Ankaufsvolumen wider: Sie haben im ersten Halbjahr Objekte für mehr als zwei Milliarden Euro erworben und damit schon genauso viel investiert wie im gesamten Jahr 2025. Umgekehrt blieben institutionelle Investoren ausgesprochen zurückhaltend.
Als Direktinvestoren spielten Pensionseinrichtungen (150 Millionen Euro Ankaufsvolumen), Versicherungen (75 Millionen Euro) und Co. im ersten Halbjahr nahezu gar keine Rolle. Das gleiche gilt für offene Immobilienpublikumsfonds als typische Käufer großer Objekte, die in den vergangenen Monaten ausschließlich als Verkäufer in Erscheinung traten. Family-Offices und Privatinvestoren spielten mit einem Ankaufsvolumen von knapp einer Milliarde Euro dagegen weiterhin eine im langfristigen Vergleich überproportionale Rolle. (DFPA/mb)
Savills plc ist ein weltweit tätiges Immobilien-Dienstleistungsunternehmen mit Hauptsitz in London. Tätigkeitsschwerpunkte sind Beratungs-, Management- und Transaktionsdienstleistungen.