Während Nachhaltigkeit in der öffentlichen Wahrnehmung aus dem Fokus gerückt ist, beschäftigen sich Investmentmanager, Asset Owner und Banken weiterhin mit der Integration von Nachhaltigkeit in ihre Anlagestrategien. Das zeigt die Erhebung des diesjährigen FNG-Marktbericht 2026. 29 Prozent der Befragten berichteten, ihr ESG-Produktangebot ergänzt zu haben, lediglich ein Prozent reduzierte seine Produktpalette. Die verbleibenden 70 Prozent nahmen keine Änderung vor.
Zudem plant keiner der Befragten einen Rückbau des Angebots, 16 Prozent beabsichtigen sogar eine Erweiterung. Dies zeigt sich auch in Bezug auf die Ambition ihrer Nachhaltigkeitsrichtlinien. Die Mehrheit der Befragten behielt das Niveau bei. Knapp 40 Prozent derjenigen, die Anpassungen vorgenommen haben, haben Ihr Ambitionsniveau erhöht, 13 Prozent haben es verringert.
Dies zeige sich auch bei der Frage um Rüstungsinvestitionen. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hatte eine Debatte entfacht, ob Rüstungsinvestitionen mit Nachhaltigkeit kompatibel sein können. Wie auch schon im vergangenen Jahr schließt der Großteil der erfassten Assets Investitionen in sämtliche Rüstungsgüter aus (62 Prozent). Nahezu kein Anbieter investiert in Streubomben und Anti-Personen-Minen (97 Prozent), dicht gefolgt von ABC-Waffen (91 Prozent).
Die derzeit bestehende EU-Regulatorik wurde von den Befragten auch dieses Jahr wieder als großes Hemmnis für die Entwicklung nachhaltiger Geldanlagen eingeschätzt. Besserung verspricht die von der EU-Kommission geplante Überarbeitung der EU-Offenlegungsverordnung (Sustainable Finance Disclosure Regulation – SFDR). Knapp die Hälfte der Befragten rechnet mit positiven Impulsen. Dabei wird vor allem Klarheit durch die möglichen neuen Produktkategorien „ESG-Grundlagen“, „Nachhaltigkeit“ und „Übergang“ und eine Vereinfachung der Berichterstattung erwartet. Daher sind die Befragten auch verhalten optimistisch. Trotz der vielen Herausforderungen rechnet ein Drittel mit einem Wachstum nachhaltiger Geldanlagen von bis zu zehn Prozent in den nächsten Jahren. (DFPA/mb)
Das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) ist seit 2001 der Fachverband für Nachhaltige Geldanlagen im deutschsprachigen Raum. Zu den FNG-Mitgliedern zählen Banken, Kapitalanlagegesellschaften, Ratingagenturen, Finanzberater, wissenschaftliche Institutionen, Versicherungen, NGOs und Privatpersonen.