Der Infrastrukturmarkt startet widerstandsfähig in die zweite Hälfte des Jahres 2026, allerdings mit einem vorsichtigeren Investitionsausblick als noch zu Jahresbeginn erwartet. Die Anlageklasse profitiert weiterhin von einer stabilen Nachfrage und langfristigen strukturellen Wachstumsthemen wie Energiesicherheit, Elektrifizierung und Dekarbonisierung. Gleichzeitig haben geopolitische Risiken im vergangenen Halbjahr erneut die makroökonomischen Diskussionen geprägt. Das merkt Richard Marshall, Head of Research, Infrastructure bei dem Vermögensverwalter DWS, an.
Höhere Zinsen blieben derzeit der stärkste Belastungsfaktor für Infrastrukturinvestitionen. In Verbindung mit einer erneuten Energiepreisvolatilität hätten diese zusätzlichen Belastungen die Erwartungen hinsichtlich Wachstum, Bewertungen und Marktaktivität gedämpft.
Die Inflation dürfte zwar eingedämmt werden können, doch die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt bleibe bestehen. Vor diesem Hintergrund rechnet Marshall bei Infrastrukturinvestitionen im weiteren Jahresverlauf mit einer verhalteneren Wertentwicklung sowie einer vorsichtigeren Investitionstätigkeit.
Im Gegensatz zur Anpassungsphase der Jahre 2023 und 2024 sprechen die aktuell robusteren wirtschaftlichen Fundamentaldaten laut Marshall jedoch gegen einen vergleichbaren Rückgang der Marktaktivität. Die Volkswirtschaften seien heute robuster, und Inflationsrisiken erschienen besser kontrollierbar.
Anleger werden voraussichtlich noch stärker auf Preisdisziplin, solide Bilanzen, Inflationsschutz, operative Umsetzung und die Planbarkeit der Nachfrage achten. Gleichzeitig könnten Investoren insbesondere in Europa weiterhin ein strukturell attraktives Umfeld für Infrastrukturinvestitionen finden. Dafür sprächen etablierte, sich weiterentwickelnde regulatorische Rahmenbedingungen, ein breites und diversifiziertes Spektrum investierbarer Infrastrukturanlagen sowie ein umfangreicher Investitionsbedarf in den Bereichen Energiesicherheit, Elektrifizierung, digitaler Infrastruktur, nachhaltiger Mobilität und strategischer Resilienz. (DFPA/mb)
Die DWS Group ist ein Vermögensverwalter mit Sitz in Frankfurt am Main. Das börsennotierte Unternehmen befindet sich im Mehrheitsbesitz der Deutschen Bank.