Der Bankensektor im Euroraum ist weiterhin in der Lage, auch unter verschärften wirtschaftlichen Bedingungen zu bestehen. Das zeigt der aktuelle Stresstest, den die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) gemeinsam mit der Europäischen Zentralbank (EZB) durchgeführt hat.
Auch die deutschen Institute zeigten sich im diesjährigen, besonders anspruchsvollen Krisenszenario widerstandsfähig. Ihre solide Kapitalausstattung habe dazu beigetragen, die im alle zwei Jahre durchgeführten Stresstest simulierten Verluste wirksam aufzufangen. „Auch unter deutlich verschärften wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wie im Stresstest zeigen sich die deutschen Banken insgesamt stabil”, sagt Nikolas Speer, Exekutivdirektor Bankenaufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleitungsaufsicht (BaFin). Michael Theurer, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, hebt hervor: „Angesichts der aktuellen Unsicherheiten auf den Märkten ist es erfreulich, dass die Institute insgesamt gut gerüstet sind. Für die Aufsicht bleibt es jedoch zentral, die weitere Entwicklung kontinuierlich und aufmerksam zu begleiten”.“
An dem Stresstest nahmen 96 Banken aus der Eurozone (darunter 21 deutsche Institute) sowie 13 Institute außerhalb der Eurozone teil. Hierzu gehören im EBA-Stresstest die 51 größten Banken der Eurozone (darunter zwölf deutsche Institute) sowie im EZB-Stresstest weitere 45 mittelgroße Institute unter direkter Aufsicht der EZB (darunter neun deutsche Institute). Die teilnehmenden Banken decken rund vier Fünftel aller Bankaktiva in der Eurozone ab.
Die deutschen Banken verzeichneten im Vergleich mit den anderen europäischen Instituten während des Krisenszenarios im Durchschnitt einen stärkeren Rückgang ihrer harten Kernkapitalquote (CET1). Dennoch lagen die Kapitalquoten der deutschen Institute nach Abschluss des Stresstests (bezogen auf die relevante „transitional“-Betrachtung) über dem Durchschnitt der Banken in der Eurozone. Hauptgrund hierfür: Die deutschen Institute verfügten zu Beginn des Stresstests über eine überdurchschnittliche Kapitalausstattung. Weitere Gründe für die insgesamt soliden Stresstestergebnisse sind eine verbesserte Profitabilität (insbesondere beim Nettozinsergebnis) sowie die überwiegend stabile Qualität der Bankaktiva. Effekte aus zurückliegenden Krisen – wie der Corona-Pandemie und der Energiekrise – sowie mögliche Folgen geopolitischer Spannungen haben sich bislang kaum negativ in den Bilanzen der meisten Banken niedergeschlagen. (DFPA/mb)
Die Deutsche Bundesbank ist die Zentralbank der Bundesrepublik Deutschland. Zentrales Geschäftsfeld ist die Geldpolitik des Eurosystems. Zu den weiteren Aufgaben gehören das Finanz- und Währungssystem, die Bankenaufsicht, der unbare Zahlungsverkehr sowie das Bargeld.