Wie wirkt sich der CO₂-Ausstoß eines Gebäudes auf seinen Marktwert aus? Eine Studie von Wüest Partner liefere erstmals einen belastbaren empirischen Nachweis: Energieeffiziente Gebäude erzielen im Vergleich zum Median einen Wertaufschlag von bis zu 4,7 Prozent, während emissionsintensive Objekte entsprechende Abschläge verbuchen müssen. Die Studie basiert auf einer Analyse von 766 Transaktionen bei Mehrfamilienhäusern in Berlin zwischen 2022 und 2025.
Bei allen 766 Liegenschaften wurden Energiebedarfsberechnungen durchgeführt und die CO₂-Emissionen simuliert.
Für jedes zusätzliche Kilogramm CO₂-Emissionen pro Quadratmeter und Jahr ergibt sich ein durchschnittlicher Preisabschlag von rund zwei Euro pro Quadratmeter. Bezogen auf den Median-Kaufpreis von 2.672,85 Euro pro Quadratmeter bedeutet dies spürbare Wertzuwächse für effiziente Gebäude und deutliche Nachteile für ineffiziente Objekte.
Das ökonometrische Modell, das für die Untersuchung eingesetzt wurde, weist eine Erklärungskraft von rund 71 Prozent (R²) auf. Damit gelingt es, die Preisvariationen im Berliner Markt in hohem Maße abzubilden, was für immobilienökonomische Studien ein außergewöhnlich hoher Wert ist. Hervorzuheben ist zudem die zeitliche Entwicklung: Während der Zusammenhang zwischen Emissionen und Kaufpreisen im Jahr 2022 mit einem Korrelationskoeffizienten von minus 0,08 noch kaum messbar war, lag er 2024 bereits bei minus 0,36. Diese Dynamik verdeutlicht, dass CO₂-Emissionen zunehmend in die Preisbildung am Immobilienmarkt einfließen.
Eine differenzierte Betrachtung nach Energieeffizienzklassen bestätige diesen Trend. Gebäude der Klasse A erzielen mit einem Medianwert von 4.250 Euro pro Quadratmeter die höchsten Preise, während die mittleren Klassen C bis G eine auffällige Homogenität aufweisen: Ihre Medianwerte bewegen sich zwischen 2.100 und 2.900 Euro pro Quadratmeter.
Altbauten aus den Jahren 1900 bis 1925 weisen vergleichsweise homogene Emissionen zwischen 50 und 75 Kilogramm CO₂ pro Quadratmeter und Jahr auf. Neubauten ab 2000 liegen dagegen meist unter 25 Kilogramm CO₂ pro Quadratmeter und Jahr. Gebäude aus der Zeit zwischen 1950 und 2000 zeigen eine besonders hohe Spannweite zwischen 25 und 85 Kilogramm CO₂ pro Quadratmeter und Jahr. Diese Unterschiede erklärten sich durch den teils umfassenden Sanierungsstand, teils aber auch durch Investitionsstau. (DFPA/mb)
Die W[&]P Immobilienberatung GmbH (Wüest Partner Deutschland) wurde 2007 gegründet und verfügt über Standorte in Frankfurt am Main, Berlin, München, Düsseldorf und Hamburg. Im Fokus der Geschäftstätigkeit von Wüest Partner in Deutschland stehen die Bewertung von Immobilienportfolios und Einzelobjekten.