Die wirtschaftlichen Unterschiede im Euroraum haben sich nach Einschätzung der Investmentgesellschaft Pimco in den vergangenen Jahren verringert. Besonders deutlich zeige sich die Verschiebung beim Wachstum.
Das stärkt nach Ansicht der Pimco-Portfoliomanager Konstantin Veit und Nicola Mai die Stabilität der Währungsunion – trotz weiterhin schwacher Wachstumsperspektiven. „Betrachtet man den Euroraum als Ganzes, haben sich viele der wirtschaftlichen Unterschiede, die seine ersten beiden Jahrzehnte geprägt haben, verringert”, schreiben die Portfoliomanager Konstantin Veit und Nicola Mai. „Stattdessen rückt der Wirtschaftsraum in mehreren Bereichen enger zusammen.”
Besonders deutlich zeigt sich die Verschiebung beim Wachstum. Während die nördlichen Länder in den zehn Jahren vor der Corona-Pandemie wirtschaftlich meist besser abschnitten, hat sich dieses Verhältnis inzwischen umgekehrt. Die früher krisengeschüttelten Staaten Südeuropas wachsen inzwischen schneller als Deutschland.
Auch bei der Finanzpolitik verschieben sich die Gewichte. Deutschland weist den Angaben zufolge erstmals seit fast zwei Jahrzehnten ein höheres Haushaltsdefizit auf als Italien und Spanien. “Deutschlands fiskalische Expansion ist inzwischen in vollem Gange”, schreiben die Pimco-Experten. Die Schuldenquote steige, während der deutsche Leistungsbilanzüberschuss zurückgehe.
Trotz der stärkeren Konvergenz erwarten die Pimco-Experten keine dynamische Wachstumsphase. Für die kommenden fünf Jahre rechnen sie nicht mit einem jährlichen Wachstum des Euroraums von mehr als einem Prozent. Die zunehmende wirtschaftliche Annäherung der Mitgliedstaaten könne die Währungsunion jedoch stabiler und tragfähiger machen.
Für die Europäische Zentralbank (EZB) und die europäischen Anleihemärkte dürfte die veränderte Ausgangslage ebenfalls relevant sein. Die geringeren wirtschaftlichen Unterschiede innerhalb des Währungsraums könnten die gemeinsame Geldpolitik erleichtern und die Voraussetzungen für eine stärkere Integration der europäischen Kapitalmärkte verbessern. (DFPA/abg)
Die Pacific Investment Management Company, LLC (Pimco) ist eine Investmentgesellschaft mit Sitz in Newport Beach/Kalifornien. Das 1971 gegründete Unternehmen ist seit dem Jahr 2000 eine Tochtergesellschaft der Allianz Versicherungsgruppe. Pimco ist seit mehr als 15 Jahren im Markt für aktiv gemanagte Fixed-Income-ETFs tätig. Nach Unternehmensangaben verwaltete die UCITS-ETF-Plattform Ende Juni ein Vermögen von 8,9 Milliarden US-Dollar.