Ein speziell auf die Kultur- und Kreativwirtschaft ausgerichteter Impact-Fonds könnte künftig neue Impulse für nachhaltige Finanzierungen in Europa setzen. Das geht aus einer Machbarkeitsstudie hervor, die im Auftrag der niederländischen Stiftung DOEN erstellt und kürzlich bei der Veranstaltung „Investing in Europe’s Creative Future“ in Amsterdam vorgestellt wurde.
Die Analyse zeigt: Obwohl kulturelle Produktionen wie Theater, Musik oder Design gesellschaftliche Veränderungen anstoßen und Innovationskraft freisetzen können, spielen sie bisher kaum eine Rolle im Bereich des Impact Investing. Der Sektor gilt als fragmentiert – dominiert von staatlichen Zuschüssen, mit nur begrenztem Zugang zu Risikokapital und privaten Finanzierungen.
Die Studie identifiziert sechs besonders aussichtsreiche Bereiche für kulturell motiviertes Impact Investing: nachhaltige Materialien und Handwerk, ethische Mode, Social Design, kulturelle Räume, kulturelle Produktionen sowie kreative Graswurzelbewegungen. Allen gemeinsam ist ein hoher gesellschaftlicher Wert, jedoch auch ein Finanzierungsbedarf, der klassische Investmentmodelle überfordert.
Empfohlen wird deshalb ein Mix aus Zuschüssen, Eigenkapital, Umsatzbeteiligungen und Venture-Studio-Ansätzen. Die Autoren Arthur Steiner und Martijn Blom aus dem europäischen Netzwerk Impact Europe sehen trotz struktureller Herausforderungen „ausreichend Interesse von Investorenseite“, um die Entwicklung eines Fonds voranzutreiben – nicht nur für die Niederlande, sondern mit möglicher Vorbildfunktion für ganz Europa. (DFPA/abg)
Sie finden den vollständigen Report hier.
Impact Europe ist das zentrale europäische Netzwerk für Akteure des wirkungsorientierten Investierens. Es vereint über 350 Kapitalgeber – darunter Stiftungen, Impact-Fonds, Banken, öffentliche Geldgeber und Unternehmen – entlang des gesamten „Continuum of Capital“. Ziel ist es, Kapital, Wissen und Menschen zu mobilisieren, um gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen gezielt anzugehen. Die Organisation fördert seit der Gründung 2014 Impact-Investments durch Aufbau neuer Märkte, insbesondere in Osteuropa, Nordafrika und dem Westbalkan.