Viele wohlhabende Investoren erreichen ihre Wirkungsziele im Bereich nachhaltiger Geldanlagen nicht, weil sie diese zu Beginn ihrer Strategien nicht ausreichend definieren. Das geht aus einem neuen Leitfaden führender akademischer Einrichtungen und Impact-Investment-Organisationen hervor.
Der „Investor’s Guide to Goals-based Investing and Philanthropy“ wurde unter anderem vom Center for Sustainable Finance and Private Wealth der Universität St. Gallen, der MIT Sloan Sustainability Initiative, Stanford PACS sowie Impact Frontiers veröffentlicht. Grundlage sind Forschungsarbeiten und Fallbeispiele aus dem Bereich der Vermögensverwaltung und Philanthropie.
Kernbefund ist, dass viele Anleger ihre finanziellen und gesellschaftlichen Ziele nicht klar voneinander trennen oder priorisieren. Dadurch entstünden fragmentierte Entscheidungen, die weder die finanzielle noch die soziale Wirkung optimal ausschöpften. Statt sich primär an Anlageklassen zu orientieren, sollten Investoren stärker von konkreten Zielen wie finanzieller Sicherheit, Vermächtnis oder gesellschaftlicher Wirkung ausgehen.
Ein zentraler Ansatz des Leitfadens ist das sogenannte „Enough“-Prinzip. Es fordert Anleger auf zu definieren, wie viel Vermögen sie tatsächlich benötigen. Erst daraus lasse sich ableiten, welche Mittel als Überschuss gezielt für Impact-Investments eingesetzt werden können.
„Ich hatte mehr als genug Vermögen für mich und meine Familie“, sagte der Impact-Investor Paolo Fresia. Erst eine klare Finanzplanung habe ihm die Sicherheit gegeben, zusätzliche Mittel stärker auf Wirkung auszurichten.
Der Leitfaden beschreibt zudem einen vierstufigen Prozess aus Zieldefinition, Planung, Umsetzung und Lernen, der wiederholt angewendet werden soll, um Strategien kontinuierlich zu verbessern. Nach Ansicht der Autoren ist das Prinzip nicht nur für Privatvermögen relevant, sondern auch für institutionelle Investoren, Unternehmen und politische Akteure. (DFPA/abg)
Hier können Sie den Guide runterladen.
Das Center for Sustainable Finance and Private Wealth (CSP) ist eine Stiftung in der Schweiz, die sich der Förderung nachhaltiger Entwicklung in den Bereichen Umwelt, soziale Verantwortung und Unternehmensführung widmet. Ziel der Stiftung ist es, nachhaltige Entwicklung sowohl national als auch international durch Information, Bildung und Forschung zu unterstützen und zu fördern. Sie leistet zudem Unterstützung für steuerbefreite Organisationen und Einzelpersonen und stellt sicher, dass die Mittel effizient und im Einklang mit ihrer Mission eingesetzt werden. Siw wurde 2025 am Swiss Institute of Banking and Finance (SBF-HSG) gegründet.