Die Deutschen sorgen sich um ihre Rente und suchen offenbar nach renditestarken Alternativen zu klassischen Vorsorgeprodukten. Eine Studie im Auftrag von Bison, der Krypto-Plattform der Gruppe Börse Stuttgart, zeigt: Kryptowährungen entwickeln sich vom spekulativen „Zockerinstrument” zur langfristigen Anlageform. Auch wenn der Markt – wie aktuell – immer wieder Rückschläge erlebt, konnte Bitcoin über die Jahre hinweg einen deutlichen Wertzuwachs verzeichnen. Vor diesem Hintergrund gewinnen digitale Währungen bei der Altersvorsorge der Deutschen zunehmend an Bedeutung.
Obwohl Kryptowährungen der Ruf kurzfristiger Spekulationsobjekte mit hoher Volatilität vorauseilt, zeichnet die Studie ein überraschend anderes Bild: Beinahe jeder zweite in Bitcoin [&] Co. investierte Befragte (48 Prozent) gab an, dass er Krypto als langfristige Anlage, vor allem zur Altersvorsorge, nutze. Zum Vergleich: Nur 37 Prozent der Befragten setzen auf kurzfristiges Trading.
Besonders bemerkenswert: Die Mehrheit der Krypto-Investoren verfolgt parallel ein ausgesprochen konservatives Vorsorge-Verhalten: Etwa zwei von drei Personen (62 Prozent) priorisieren Sicherheit vor reinen Gewinnchancen (34 Prozent) bei der Altersvorsorge.
Während bei jungen Investoren zwischen 18 und 29 Jahren die kurzfristige Anlage (39 Prozent) leicht vor der langfristigen Nutzung (38 Prozent) liegt, kippt dieses Verhältnis ab der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen klar zugunsten der Altersvorsorge. Bei den 30- bis 39-Jährigen setzt fast jeder Zweite (47 Prozent) auf langfristige Anlage, während nur noch ein Drittel (34 Prozent) kurzfristig tradet. In der Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen investieren 50 Prozent langfristig, bei den 50- bis 59-Jährigen sind es 69 Prozent und auch bei den 60- bis 70-Jährigen dominiert mit 66 Prozent klar die langfristige Anlagestrategie.
Die am stärksten in Krypto investierte Altersgruppe sind die Millennials in ihren Dreißigern: 27 Prozent dieser Altersgruppe haben neben klassischen Anlageformen wie Spar- und Festgeldanlagen (56 Prozent), Investmentfonds und ETFs (33 Prozent), Aktien und Derivaten (34 Prozent) sowie Edelmetallen (24 Prozent) auch Kryptowährungen im Portfolio. Für 56 Prozent der 30- bis 39-Jährigen hat Sicherheit höchste Priorität bei der Altersvorsorge, gleichzeitig erhofft man sich aber auch gute Gewinnchancen (41 Prozent) – ein vermeintlicher Widerspruch, den Kryptowährungen offenbar erfüllen können.
Die Zahlen belegen laut Bison einen fundamentalen Wandel im Nutzerverständnis: 54 Prozent der Krypto-Investoren erhoffen sich eine langfristige Wertsteigerung. 38 Prozent geben explizit an, dass ihre Krypto-Investition der Altersvorsorge dient. Nur 34 Prozent setzen auf kurzfristige Gewinne. (DFPA/mb)
Die Gruppe Börse Stuttgart ist ein börslicher Handelsplatz der Baden-Württembergische Wertpapierbörse GmbH für Aktien, Anleihen, börsengehandelte Fonds (ETF), Genussscheine und offene Investmentfonds. Die Börse Stuttgart Digital Exchange (BSDEX) ist ein regulierter Handelsplatz für digitale Vermögenswerte.