Die Mehrheit der Rentner hat Sorge davor, in die Altersarmut zu fallen. Das zeigt die diesjährige Rentner-Studie des Versicherers HDI, die unter mehr als 1.000 Rentnern zwischen 63 und 70 Jahren in Deutschland durchgeführt hat.
Mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) haben zumindest teilweise große Angst vor Altersarmut. Knapp ein Drittel (32 Prozent) stimmt dem voll und ganz oder eher zu; weitere 25 Prozent teilweise. Besonders dramatisch ist dieser Wert bei denjenigen, die ausschließlich auf die gesetzliche Rente gesetzt haben: Dort steigt die Sorge vor Altersarmut auf zwei Drittel (66 Prozent: 39 Prozent stimmen voll oder eher zu und 27 Prozent teilweise). Damit liegt der Wert deutlich über dem Durchschnitt.
Wer sich auch privat abgesichert hat, fühlt sich im Ruhestand deutlich sicherer: Dort liegt der Anteil derjenigen, die sich vor Altersarmut fürchten, bei 36 Prozent (25 Prozent ganz oder eher und elf Prozent teilweise). Als private Vorsorge wurden in erster Linie Betriebsrenten (47 Prozent), private Lebens- oder Rentenversicherungen (41 Prozent) und Wohneigentum (41 Prozent) gewählt.
Die Hälfte der Rentner sind Mieter, 71 Prozent von ihnen ohne private Vorsorge
43 Prozent der Befragten leben in Wohneigentum (31 Prozent ein Haus, zwölf Prozent eine Wohnung), etwas mehr als die Hälfte (54 Prozent) wohnt zur Miete. Von den Mietern haben sich fast drei Viertel (71 Prozent) ausschließlich auf die gesetzliche Rente verlassen – private Vorsorge wurde nicht aufgebaut. Im Durchschnitt trifft das auf 63 Prozent der Rentner zu.
Ohne zusätzliche private Vorsorge hat sich der Lebensalltag der meisten Rentner spürbar verändert. Die durchschnittliche Rente der Befragten liegt zwischen 1.201 und 1.500 Euro, weshalb sie ihre Ausgaben genau abwägen müssen – insbesondere Mieter, deren Warmmiete durchschnittlich bei rund 770 Euro liegt. So sei es nicht verwunderlich, dass nur ein knappes Viertel der Befragten (24 Prozent) nach eigenen Angaben den gewohnten Lebensstandard halten kann – bei Mietern liegt dieser Wert sogar nur bei 17 Prozent. Lediglich ein Drittel konnte die Miete nach Rentenbeginn problemlos weiterbezahlen, zwölf Prozent mussten deswegen umziehen. Frühere Wohneigentümer (die 29 Prozent der Mieter ausmachen) sind aber ebenfalls betroffen: Von ihnen geben 17 Prozent an, dass sie nicht mehr in einer eigenen Immobilie leben, weil ihre Rente dafür nicht reichte.
Neben acht Prozent, die länger gearbeitet haben als geplant, wäre gut ein Viertel (26 Prozent) der Befragten ebenfalls dazu bereit gewesen – in erster Linie aus finanziellen Gründen, aber auch aus Spaß an der Arbeit. Doch 40 Prozent aller, die nicht länger gearbeitet haben, hätten hierfür einen besseren Gesundheitszustand benötigt. (DFPA/mb)
Die 1996 gegründete Talanx AG ist ein Versicherungskonzern mit Sitz in Hannover. Mit der Marke HDI ist Talanx im In- und Ausland sowohl in der Industrieversicherung als auch in der Privat- und Firmenversicherung tätig.