Studie: Privatwirtschaft zögert bei Investitionen in Biodiversität
Trotz wachsender Bedeutung für Wirtschaft und Finanzsystem bleibt die private Finanzierung von Biodiversität deutlich hinter dem Bedarf zurück. Eine neue Studie der Europäischen Investitionsbank (EIB) zeigt, dass Unternehmen und Finanzinstitute zwar zunehmend Interesse an naturbezogenen Investitionen haben, jedoch vor erheblichen Hürden stehen.
Dem Bericht zufolge hängt ein Großteil der Wirtschaft direkt von intakten Ökosystemen ab, während gleichzeitig jährlich Finanzierungslücken von bis zu knapp einer Billion US-Dollar bestehen. Dennoch investieren private Akteure bislang nur begrenzt über gesetzliche Vorgaben hinaus in den Schutz und die Wiederherstellung der Natur.
Als zentrales Problem nennen die befragten Unternehmen fehlende Standards und verlässliche Daten zur Messung von Biodiversität. Auch die mangelnde wirtschaftliche Rentabilität entsprechender Projekte hemme Investitionen. Zudem sei der Markt für neue Instrumente wie Biodiversitätszertifikate noch zu klein und wenig entwickelt.
Zwar gewinnt das Thema Biodiversität in Vorstandsetagen an Bedeutung, vor allem durch regulatorischen Druck und Anforderungen an Nachhaltigkeitsberichte. Doch im Vergleich zu etablierten Märkten wie CO₂-Zertifikaten fehlt es an Bekanntheit, Vertrauen und klaren Preissignalen.
Unternehmen setzen derzeit vor allem auf Spenden, lokale Projekte oder Anpassungen in ihren Betriebsabläufen. Finanzinstitute konzentrieren sich stärker auf die Finanzierung naturbasierter Lösungen über Kundenprojekte. Beide Gruppen sehen jedoch Wettbewerbsvorteile und bessere ESG-Bewertungen als wichtige Anreize für künftige Investitionen.
Die Studie empfiehlt unter anderem einheitliche EU-Standards, stärkere regulatorische Anreize sowie neue Finanzinstrumente, um private Mittel in größerem Umfang zu mobilisieren. Nur so könne die wachsende Finanzierungslücke im Naturschutz geschlossen werden. (DFPA/abg)
Die vollständige Studie finden Sie hier.
Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist die Einrichtung der Europäischen Union für langfristige Finanzierungen. Ihre Anteilseigner sind die Mitgliedstaaten der EU. Sie vergibt Mittel für solide Investitionen, die den Zielen der EU dienen. Ihre Schwerpunkte sind Klima und Umwelt, Entwicklung, Innovation und Wissen, kleine und mittlere Unternehmen sowie Infrastruktur und Kohäsion. Die EIB arbeitet eng mit anderen EU-Einrichtungen zusammen, um die europäische Integration voranzubringen, die Union weiterzuentwickeln und die EU-Ziele in über 140 Ländern weltweit zu fördern.