Studie: Rückschritt bei Gender Diversity im Asset Management
Trotz eines Rekordanteils weiblicher Bewerbungen stagniert die Gleichstellung in der deutschen Asset-Management-Branche oder entwickelt sich sogar rückläufig. Wie aus einer aktuellen Studie der Initiative Fondsfrauen hervorgeht, erreichte der Anteil von Bewerbungen von Frauen im Jahr 2024 zwar mit 38 Prozent einen Höchstwert, zugleich gelang aber unterproportional wenigen der tatsächliche Berufseinstieg.
Nach den Ergebnissen der fünften Auflage der Studie „Zeitenwende im Asset Management: Gender Diversity zwischen Fortschritt und neuer Zurückhaltung“, die gemeinsam mit KPMG Deutschland und der Universität Mannheim erstellt wurde, lag der Anteil der tatsächlich eingestellten Frauen 2024 bei nur 36 Prozent. In früheren Erhebungen, etwa 2017, 2020 und 2023, waren Frauen gemessen an ihrer Bewerberzahl noch überdurchschnittlich häufig eingestellt worden.
Als Gründe nennen die befragten Unternehmen unter anderem einen aus ihrer Sicht zu geringen Anteil weiblicher Bewerberinnen sowie fehlende Qualifikationen. Die Studienautoren äußern daran Zweifel, da Frauen statistisch betrachtet häufig bessere Schul- und Studienabschlüsse erzielen. Zudem führen Unternehmen Teilzeitwünsche und hohe Erwartungen an flexible Arbeitsmodelle als Hemmnisse an.
Insgesamt zeichnet die Studie ein widersprüchliches Bild: Während das Interesse von Frauen an einem Einstieg in die Branche wächst, bleibt ihr Anteil in Führungspositionen niedrig. Demnach sind nur 25 Prozent der Führungskräfte und lediglich 16 Prozent der Geschäftsführungen weiblich. Die Fondsfrauen sehen zudem Anzeichen dafür, dass eine aus den USA kommende Anti-DEI-Bewegung (Diversity, Equity, Inclusion) auch in Europa zu einer vorsichtigeren Umsetzung von Diversity-Initiativen führt. (DFPA/abg)
Die Studie finden Sie als Download hier.
Die Fondsfrauen sind das größte deutschsprachige Karrierenetzwerk zur Förderung und Gleichstellung von Frauen in der Finanzindustrie. In der Community verbinden sich derzeit über 4.000 Frauen miteinander, um sich gegenseitig in ihren Karriereabsichten zu motivieren. 60 Unternehmen aus der Branche unterstützen das Netzwerk und stärken damit auch ihre eigenen Diversity-Bemühungen. Gegründet 2015 will das Netzwerk Frauen inspirieren, anspruchsvolle Positionen anzustreben und sie darin unterstützen, ihre Ziele zu erreichen.