Die frühzeitige Erkennung aufkommender Technologien ist entscheidend für die Politikgestaltung, um zukünftige Trends vorherzusehen und deren gesellschaftliche, wirtschaftliche und sicherheitspolitische Auswirkungen zu bewerten. In seiner aktuellen Studie „Weak signals in Science and Technologies“ analysiert das Joint Research Center, der Dienst der Europäischen Kommission, 221 „schwache Signale“ in der Entwicklung von Technologien in einem frühen Entwicklungsstadium, die unsere Zukunft beeinflussen könnten.
Die Technologien befinden sich in einem frühen Entwicklungsstadium und verteilen sich auf zwölf Cluster. Zentrale Ergebnisse: Die USA und China sind führend in der wissenschaftlichen Produktion zu den meisten Technologien. Europa nimmt zwar keine Spitzenposition ein, hat jedoch eine starke Forschungspräsenz in den Bereichen Digital Twin, Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen, Therapeutika und Biotechnologie, Energie sowie Umwelt und Landwirtschaft. Europäische Institutionen tragen zudem überdurchschnittlich zur Publikation der einflussreichsten wissenschaftlichen Artikel bei.
Bei Patentanmeldungen dominieren China und die USA in allen zwölf Kategorien. Europäische Organisationen reichen deutlich weniger Patente ein – selbst in Bereichen, in denen sie führend in der Forschung sind. Dies bestätigt frühere Berichte, die eine geringere Kommerzialisierung von Forschungsergebnissen in Europa im Vergleich zu China und den USA feststellen.
Zudem zeigt sich das europäische Forschungs- und Entwicklungsökosystem als fragmentiert. Während Europa ein bedeutender Knotenpunkt für wissenschaftlichen Austausch ist, sind europäische Organisationen nur selten unter den leistungsstärksten Akteuren vertreten. Dies deutet auf eine Vielzahl kleiner, wissenschaftlich starker Akteure hin, denen es an kritischer Masse fehlt.
Eine klare Spezialisierung zeigt Europa lediglich im Bereich Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen, wenn auch nicht in dem Ausmaß wie China. Hier tragen europäische Organisationen überproportional zur wissenschaftlichen Wissensbasis bei. (DFPA/abg)
Die vollständige Studie finden Sie hier.