Thinktank warnt vor Engpässen: Seewege bedrohen Energiesicherheit von Importländern
Die Energiesicherheit vieler Importländer ist laut einer aktuellen Analyse des britischen Thinktanks E3G trotz global ausreichender Rohstoffverfügbarkeit zunehmend gefährdet. Grund dafür sei die starke Abhängigkeit von wenigen maritimen Nadelöhren wie dem Straße von Hormus, dem Suezkanal oder dem Panamakanal, über die ein Großteil der weltweiten Öl- und Gastransporte abgewickelt wird.
Wie aus der Studie „Beyond Securing Supply Chokepoint risk for oil and gas importers“ hervorgeht, sind Länder, die zusammen mehr als zwei Drittel der seebasierten Nachfrage nach Öl und Flüssiggas ausmachen, auf diese Engstellen angewiesen. Störungen – etwa durch Konflikte, Extremwetter oder politische Maßnahmen – können binnen kurzer Zeit zu Preisschocks, Lieferausfällen und wirtschaftlichen Folgewirkungen führen.
Besonders betroffen ist auch die Europäische Union, deren Verwundbarkeit als „mittel bis hoch“ eingestuft wird. Im Vergleich dazu gelten Länder wie Pakistan oder Bangladesch als besonders stark gefährdet, während China oder Südkorea eine mittlere Risikoeinstufung aufweisen.
Neben physischen Risiken spielen zunehmend auch indirekte Faktoren eine Rolle. Dazu zählen etwa der Rückzug von Versicherern, Sanktionen oder logistische Engpässe, die den Transport fossiler Energieträger zusätzlich erschweren können. Auch klimabedingte Ereignisse wie Dürren oder Extremwetter verschärfen die Lage.
Kurzfristig können Maßnahmen wie die Diversifizierung von Lieferanten oder strategische Reserven helfen, Engpässe abzufedern. Langfristig sehen Experten jedoch vor allem im Ausbau erneuerbarer Energien, in Elektrifizierung und höherer Energieeffizienz den entscheidenden Hebel, um die strukturelle Abhängigkeit von kritischen Transportwegen zu reduzieren. (DFPA/abg)
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E3G ist ein unabhängiger Thinktank, der sich für ein sicheres Klima für alle einsetzt.
Die Initiative fördert seit 20 Jahren systemisches Handeln im Klimabereich, indem sie Hindernisse identifizieren und Koalitionen bildet, um die notwendigen Lösungen voranzubringen.
Die Experten unterstützen Regierungen, Unternehmen und die Öffentlichkeit dabei, den Wandel in dem Tempo zu gestalten, das der Planet aus ihrer Sicht verlangt.