Verschuldung ist in Deutschland weniger verbreitet als in vielen anderen Ländern und bleibt in der Regel gut beherrschbar. Von finanzieller Sicherheit sind die meisten Deutschen trotzdem entfernt. Das zeigt die Yougov-Studie „Getting by or getting ahead? Debt, investment, and savings report 2026“: Die relative Mehrheit der Deutschen kommt nach eigenen Angaben gerade über die Runden (38 Prozent). Diese Mitte prägt maßgeblich das Finanzverhalten im Land und zeigt, dass Stabilität nicht automatisch finanziellen Spielraum bedeutet.
Laut Report fühlt sich ein Viertel der Deutschen (25 Prozent) komfortabel im Plus, 18 Prozent sehen sich langsam auf dem Weg nach vorne. Die Mehrheit (38 Prozent) hält mit Blick auf ihre persönliche finanzielle Gesamtsituation „gerade so mit“.
Trotz scheinbar stabiler finanzieller Verhältnisse nehmen viele Deutsche Anpassungen vor – sei es beim Konsum, beim Sparen oder bei langfristigen Investitionsplänen wie dem Erwerb von Wohneigentum. Fast zwei von fünf (37 Prozent) deutschen Verbrauchern haben ihre Ausgaben für nicht notwendige Dinge innerhalb der vergangenen zwölf Monate reduziert – darunter fast die Hälfte der „schritthaltenden“ Mitte (48 Prozent). Ein beträchtlicher Anteil der Deutschen hat sogar bei essenziellen Ausgaben gespart (28 Prozent), darunter 39 Prozent derjenigen, die finanziell mithalten.
Zudem greift gut jeder zehnte Deutsche (elf Prozent) auf seine Ersparnisse zurück, um laufende Kosten zu decken. (DFPA/mb)
Yougov ist ein börsennotiertes Marktforschungsinstitut. Neben dem Hauptsitz in London umfasst die weltweite Yougov-Gruppe unter anderem Standorte in den USA, Skandinavien, Deutschland und im Nahen Osten.