Trotz oder wegen KI-Hype: Langfristige Anleger schichten vermehrt in Schwellenländeraktien um
Aufgrund der hohen Bewertungen in den USA und der wachsenden Sorge über die Haushaltsdefizite ist „Rebalancing“ zum Schlagwort des Jahres 2025 geworden. „Da die meisten globalen Portfolios selten ein zweistelliges Engagement in Schwellenländern erreichen, dürfte dieser Trend zum Rebalancing weiter anhalten, insbesondere für langfristig orientierte Anleger“, sagt Robert Holmes, Portfoliomanager beim Schwellenländer-Spezialisten „North of South“.
Wichtigste Lektion sei es, über China hinauszublicken, das trotz seines Anteils von etwa einem Drittel am Index (MSCI Emerging Market Total Return Index) nur fünf bis zehn Prozent zum Gesamtwachstum der Gewinne der Schwellenländer beiträgt, erklärt Holmes.
Für die britische Investmentgesellschaft Pacific Asset Management betreut North of South drei, auch in Deutschland zum Vertrieb zugelassene, Emerging-Market-Fonds mit rund sechs Milliarden USD an verwaltetem Vermögen. „Eine Diversifizierung in andere Regionen ist derzeit weniger eine konträre Strategie als vielmehr eine Vorsichtsmaßnahme“, so der Schwellenländerexperte.
Ein Teil der Gewinne in den Schwellenländern sei auf verbesserte makroökonomische Steuerung zurückzuführen. Einst gleichbedeutend mit Zahlungsbilanzkrisen, hätten Emerging Markets heute in der Regel geringere Haushaltsdefizite, tragfähige Leistungsbilanzen und niedrigere Verschuldung als ihre Konkurrenten in Industrieländern. „Dies zeigt sich deutlich am Anleihemarkt“, so Holmes, „wo sich der durchschnittliche Zinssatz für Staatsanleihen der Länder in unserem Portfolio dem der Industrieländer genähert hat – ein historischer Meilenstein.“ Es gehe aber nicht nur um einen „Top down“-Ansatz – auch die Aktien der Schwellenländer seien zu billig.
Die Konsensprognosen für 2025 sehen ein Gewinnwachstum pro Aktie in den Schwellenländern im hohen einstelligen Bereich vorher. 2026 soll dieses auf 15 Prozent steigen. „Die wahren Triebkräfte in den Emerging Markets sind Indien, Taiwan und Südkorea mit rund 80 Prozent des prognostizierten Wachstums“, gibt sich Holmes überzeugt. Die Hälfte davon entfällt auf die Informationstechnologie, ein weiteres Viertel auf Finanzwerte.
So liegt ein Schwerpunkt im Portfolio von North of South derzeit auf Hardware für Künstliche Intelligenz (KI) und Rechenzentren, die größtenteils aus aufstrebenden Ländern Asiens stammen. Außerhalb Asiens bieten sich im Nahen Osten Gelegenheiten, wo wirtschaftliche und soziale Reformen Aktivitäten außerhalb des Ölsektors erweitern. Und in Lateinamerika führen politische Veränderungen zu marktfreundlicheren und reformorientierten Regierungen. „Dadurch werden die Anlagethemen der Schwellenländer und potenzielle Renditen diversifiziert – insbesondere für Manager wie uns, die sich trauen, von Benchmark-Gewichtungen abzuweichen“, so Robert Holmes abschließend. (DFPA/mb)
Pacific Asset Management (PAM) ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit Sitz in London, der hauptsächlich institutionelle Kunden betreut. PAM wurde 2017 gegründet und verwaltet derzeit ein Vermögen von rund 13,9 Milliarden Euro) zum Stand: 31. August 2025.