Inwieweit der von US-Präsident Donald Trump nominierte neue Chef der US-Zentralbank Federal Reserve (Fed), Kevin Warsh, tatsächlich für eine unabhängige Geldpolitik steht, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch: Mit Blick auf die Stabilität des Weltfinanzsystems sind die USA unter Trump derzeit ein maßgeblicher Risikofaktor, so merkt das Feri Cognitive Finance Institute an.
Die massive Ausweitung der Staatsschulden, verstärkt durch Trumps Steuergeschenke, hatte zuletzt steil ansteigende US-Zinsausgaben zur Folge. „Schon heute müssen die USA jeden Tag mehr als 3 Milliarden US-Dollar nur für den Zinsendienst aufwenden – mit stark wachsender Tendenz. Im Jahr 2025 lagen die Zinskosten mit rund 1,3 Billionen US-Dollar etwa dreißig Prozent über den Verteidigungsausgaben – ein langfristig völlig unhaltbarer Zustand“, erklärt Dr. Heinz-Werner Rapp, Gründer und Leiter des Feri Cognitive Finance Institute. Diese Schieflage erkläre, warum Trump so entschlossen sei, auch noch die Fed unter seine Kontrolle zu bekommen: „Trump will mit Gewalt die Zinsen senken, um die staatlichen Zinskosten zu drücken und gleichzeitig die Wirtschaft anzuheizen.“ Unter dem Strich erhöht diese Zielsetzung nach Einschätzung des Feri Cognitive Finance Institute die Risiken für den US-Dollar und das globale Finanzsystem.
Diese Absichten des US-Präsidenten – sowie noch zahlreiche andere „Überraschungen“ – hatte der Bad Homburger Thinktank bereits in seiner im Januar 2025 erschienenen Zukunftsanalyse „Big Picture: 2025“ prognostiziert. Rapp zufolge habe diese Ausarbeitung klar gezeigt, dass die Cognitive Finance-Methodik, bei der Daten aus sechs unterschiedlichen Bereichen zu einem ganzheitlichen „Big Picture“ vernetzt würden, ungewöhnlich treffsichere Prognosen und Zukunftsszenarien ermögliche.
Er warnt: „Da neben Russland und China neuerdings auch die USA offen europäische Sicherheitsinteressen verletzen, droht eine gefährliche Triangulation – Europa gerät immer stärker in einen geopolitischen Schraubstock.“ (DFPA/mb)
Die Feri-Gruppe mit Sitz in Bad Homburg ist in den Geschäftsfeldern Vermögensberatung und -verwaltung sowie Wirtschaftsforschung tätig. Seit 2006 gehört die 1987 gegründete Unternehmensgruppe zum MLP-Konzern.