Eine Erhebung unter rund 1.000 Befragten im Auftrag der MLP School of Financial Education (SoFE) zeigt: Eltern sehen Potenzial bei der Frühstartrente, doch zwischen Zustimmung und geplanter tatsächlicher Nutzung klafft eine Lücke. Für eine breite Umsetzung fordern sie einfache Strukturen und klare Orientierung.
Insgesamt 59 Prozent aller befragten Eltern halten die Frühstartrente für einen potenziell bedeutenden Baustein in der finanziellen Vorsorge ihrer Kinder. Gleichzeitig planen jedoch 27 Prozent der Eltern mit Kindern, die im Jahr 2020 oder später geboren wurden, vorerst ausschließlich den staatlichen Zuschuss von zehn Euro pro Monat zu nutzen.
Im Rahmen der Frühstartrente sollen Kinder und Jugendliche voraussichtlich ab 2027 bis zu ihrem 18. Geburtstag monatlich zehn Euro in ein kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot erhalten, das die Eltern für ihr Kind eröffnen. Der Zuschuss richtet sich nach aktuellem Stand zunächst an Kinder des Jahrgangs 2020 und soll in den Folgejahren schrittweise auf die folgenden und später gegebenenfalls auch auf die älteren Jahrgänge ausgeweitet werden.
59 Prozent der Befragten planen, sich zukünftig noch näher mit dem Konzept auseinanderzusetzen – wenngleich rund ein Drittel der Eltern noch unsicher ist oder aktuell davon absieht (35 Prozent). Auch darüber hinaus haben die Pläne das Potenzial, Wirkung zu entfalten: Für 53 Prozent der Eltern ist die Frühstartrente ein Anlass, sich intensiver mit Finanz- und Vorsorgethemen zu beschäftigen.
Ob aus Zustimmung tatsächliches Handeln wird, hängt für viele Eltern entscheidend von der Ausgestaltung der Frühstartrente ab. Bei der Frage nach gewünschten unterstützenden Maßnahmen für eine optimale Nutzung der Frühstartrente stehen besonders die Faktoren Einfachheit und Verlässlichkeit im Vordergrund: Am häufigsten genannt werden eine automatische Erfassung der Kinder statt einer Antragspflicht (44 Prozent) sowie eine automatische Überführung des angesparten Kapitals in ein gefördertes Altersvorsorgedepot mit Vollendung des 18. Lebensjahres (41 Prozent). Rund jeder dritte befragte Elternteil (34 Prozent) wünscht sich zudem bildungspolitische Begleitung, zum Beispiel durch Angebote an Schulen, vom Arbeitgeber oder an privaten Institutionen. (DFPA/mb)
Die MLP School of Financial Education ist das Weiterbildungsinstitut des Finanzdienstleisters MLP für Firmen und Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitenden Bildungsangebote unterbreiten wollen sowie für Unternehmer und Finanzexperten.