Institutionelle Investoren reagieren auf geopolitische Spannungen, Zinsunsicherheit und Technologiewandel mit einer konsequenten Ausrichtung auf robuste, breit diversifizierte Portfolios und einem deutlichen Schwenk in illiquide Anlagen. Das ergab eine Umfrage von Morningstar.
Die Umfrage „Asset Owner Perspectives Survey 2026“ von Morningstar Indexes und Morningstar Sustainalytics zeigt: Trotz hoher Marktschwankungen halten viele Asset Owner an US-Aktien fest, erhöhen aber massiv ihre Quoten in Private Equity, Private Credit, Immobilien und Infrastruktur.
In Gesprächen mit 25 großen Anlegern aus Nordamerika, Europa und Asien-Pazifik war „Resilienz“ ein wiederkehrendes Leitmotiv. Einige Fonds steigerten ihren Anteil unnotierter Anlagen binnen vier Jahren von niedrigen einstelligen Werten auf rund 17 bis 18 Prozent, um Portfolios gegen globale Schocks abzusichern. Infrastrukturinvestments mit Inflationsschutz und langfristigen Verträgen werden gezielt genutzt, um strukturell höhere und volatilere Teuerungsraten abzufedern.
Gleichzeitig wächst die Sorge über die starke Indexkonzentration rund um die „Magnificent Seven“ und die massiven KI-bezogenen Investitionen. Asset Owner prüfen, ob sie Klumpenrisiken reduzieren und ihre Allokation stärker diversifizieren müssen. KI selbst setzen sie bislang überwiegend taktisch ein – etwa zur Effizienzsteigerung und Datenanalyse –, lehnen aber eine Auslagerung strategischer Anlageentscheidungen an Algorithmen überwiegend ab.
Im Nachhaltigkeitsbereich berichten die Befragten von erheblichen Datenlücken, insbesondere bei Klima-, Natur- und Biodiversitätskennzahlen, und entwickeln teils eigene Modelle. Trotz politischer Gegenreaktionen, etwa in den USA, sehen sie klimabezogenes Investieren weiter als fest verankert in ihren Prozessen, auch wenn Ziele und Berichterstattung weniger offensiv kommuniziert werden. (DFPA/abg)
Die vollständieg Umfrage finden Sie hier.
Morningstar, Inc. ist ein Finanzinformations- und Analyseunternehmen mit Sitz in Chicago. Das 1984 gegründete Unternehmen beschäftigt rund 3.500 Mitarbeiter und bietet Daten zu mehr als 473.000 Investmentprodukten wie Aktien, Investmentfonds und ähnlichen Anlagevehikeln an.