Trotz anhaltender politischer und wirtschaftlicher Herausforderungen könnte sich Ungarn zu einer attraktiven Investmentchance für internationale Anleger entwickeln. Dieser Ansicht ist James Donald, Portfoliomanager/Analyst und Leiter der Emerging Markets-Plattform bei dem Vermögensverwalter Lazard Asset Management in New York.
Das Ergebnis der jüngsten Parlamentswahl könne den Beginn einer schrittweisen Neubewertung des Landes markieren – vorausgesetzt, der neuen Regierung gelinge es, die Beziehungen zur Europäischen Union (EU) zu verbessern und das Vertrauen der Kapitalmärkte nachhaltig zu stärken.
Besonders relevant für Investoren sei die Beziehung Ungarns zur Europäischen Union. In den vergangenen Jahren hätten Konflikte über Rechtsstaatlichkeit und Governance dazu geführt, dass für Ungarn vorgesehene EU-Mittel in Höhe von rund 20 bis 22 Milliarden Euro eingefroren worden seien. Nach Einschätzung von Donald könnten Fortschritte bei der Zusammenarbeit mit Brüssel jedoch zu einer deutlichen Verbesserung des Investitionsumfelds beitragen.
„Sollte es gelingen, das Verhältnis zur EU zu stabilisieren, könnte dies das Vertrauen internationaler Investoren stärken und langfristig zu einer Normalisierung der Risikoprämie führen“, so Donald. Zudem könnten freigegebene EU-Mittel wichtige Impulse für Infrastrukturinvestitionen, wirtschaftliches Wachstum und fiskalische Stabilität im Land liefern. Darüber hinaus könnte Ungarn von zusätzlichen europäischen Finanzierungsprogrammen profitieren.
Obwohl sich ungarische Aktien bereits deutlich positiv entwickelt hätten, sind die Bewertungen aus Sicht des Experten weiterhin attraktiv. Der ungarische Aktienmarkt werde aktuell lediglich mit dem rund 7,6-Fachen der erwarteten Gewinne bewertet und notiere damit weiterhin mit einem deutlichen Abschlag gegenüber vielen anderen Emerging Markets. Auch im Vergleich zu anderen mittel- und osteuropäischen Märkten erscheine das Bewertungsniveau weiterhin attraktiv. „Wir erwarten keine abrupte Neubewertung des Marktes, sehen aber Potenzial für eine schrittweise Verbesserung der Anlegerstimmung und eine langfristige Normalisierung der Risikoprämie“, so Donald. (DFPA/mb)
Als indirekte Tochtergesellschaft von Lazard Ltd bietet Lazard Asset Management (Lazard AM) weltweit eine breite Palette von Aktien-, Anleihen- und Alternativen Investmentprodukten.