Der deutsche Wohnimmobilienmarkt zählt für institutionelle Investoren zu den attraktivsten in Europa. Er zeichnet sich durch eine intensive Regulierung aus, die unter anderem die Mietpreisfestlegung und weitere Vorgaben zum Mieterschutz, zu Baumaßnahmen und zu energetischen Standards von Wohngebäuden betrifft. Mit dem Abschluss des Koalitionsvertrags zeichnen sich zahlreiche regulatorische Änderungen ab. Anlässlich dessen haben das Immobilienberatungsunternehmen Cushman [&] Wakefield und die Anwaltskanzlei CMS die für Investoren relevanten Neuerungen zusammengefasst und rechtlich sowie wohnimmobilienwirtschaftlich eingeordnet.
Stefanie Kern, Partnerin im Immobilienwirtschaftsrecht bei CMS, kommentiert: „Verschärfungen bestimmter Gesetze, insbesondere zum Schutz vor Verdrängung von Mietern, hatten sich bereits in der letzten Legislaturperiode abgezeichnet. Auch wenn die neue Regierung an einigen Stellschrauben drehen will, um die Bauaktivität in Deutschland wieder zu erhöhen, hält sie an dem Trend der Mietrechtsregulierung fest.“ Dr. Julius Städele, Counsel im Immobilienwirtschaftsrecht bei CMS, ergänzt: „Die neue Regierung hat gezeigt, dass sie ihre Vorhaben zum Mieterschutz zügig umsetzen will. Es bleibt zu hoffen, dass die im Koalitionsvertrag angelegten Maßnahmen zur Förderung und Entlastung der Immobilienwirtschaft ebenso schnell kommen. Denn nur sie können den Wohnungsneubau ankurbeln und für eine nachhaltige Verbesserung des Angebots sorgen.“
„Während einige Neuerungen von Investoren und Eigentümern genaues Hinsehen verlangen, stecken in anderen interessante Chancen“, so Jan-Bastian Knod, Head of Residential Investment Germany und Head of Healthcare Advisory bei Cushman [&] Wakefield.
Hervorzuheben sei hierbei einerseits die Stärkung des kommunalen Vorkaufsrechts in Milieuschutzgebieten sowie bei „Schrottimmobilien“ und Share Deals. Auch die Verlängerung des Umwandlungsverbots von Miet- in Eigentumswohnungen könne die Investitionsplanung beeinflussen und im Falle neuer Gebäude gegebenenfalls schnelles Handeln erfordern.
Knod: „Die Regulierung von möblierten und vorübergehenden Vermietungen könnte Serviced-Living-Anbieter im Hinblick auf die Mietpreisgestaltung unter Druck setzen. Zudem wurde die Mietpreisbremse nicht nur um weitere vier Jahre verlängert, sondern auch ihre Durchsetzung für Mieter vereinfacht. Verstöße können geahndet werden. Eine mögliche Deckelung der Indexmiete hätte ebenfalls Auswirkungen auf die Preisbildung.“
Für potenzielle Investoren lohne sich ein Blick auf die Förderungen für Neubau und Modernisierung, die zur Schaffung und Qualitätssteigerung von Wohnraum Bauvorhaben reaktivieren sollen. (DFPA/mb)
Cushman [&] Wakefield, Inc. (C[&]W) ist ein internationales Immobilienberatungsunternehmen mit Sitz in New York. Das 1917 gegründete Unternehmen berät und vertritt seine Kunden in allen Fragen rund um die Nutzung von Gewerbeimmobilien.