US-Arbeitsmarkt: Abkühlung ohne Einbruch
Der US-Arbeitsmarkt hat im April rund 115.000 Stellen aufgebaut. Gleichzeitig haben sich die Erwerbsquote wie auch die Arbeitslosenquote kaum verändert - ein weiterer Beleg dafür, dass sich der Arbeitsmarkt und damit auch das Konsumpotenzial abgeschwächt haben. Ein abrupter Einbruch ist aber weiterhin nicht zu erkennen, meint Dr. Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz.
Laut offiziellem Arbeitsmarktbericht stieg die Beschäftigung in den USA im April um 115.000 Stellen, nach 185.000 im März. Das sei die zweite positive Überraschung in Folge. Die Beschäftigungsentwicklung der Vormonate wurde nur leicht nach unten revidiert. Interessanter als die Gesamtzahl ist aber erneut die Entwicklung in den einzelnen Sektoren. Deutlich positiv fiel die Entwicklung erneut im Gesundheitssektor (plus 37.000) sowie im Handel (plus 22.000) und im Transportsektor (plus 30.000) aus. Die Arbeitslosenquote lag wie in den Vormonaten konstant bei 4,3 Prozent.
Aussichten für Anleger
Die Aprildaten zum US-Arbeitsmarkt bestätigen das Bild einer Seitwärtsbewegung auf niedrigerem Niveau. Dabei spricht bislang wenig für eine klassische konjunkturelle Verlangsamung. Vielmehr spiegeln die Daten vor allem die Folgen der restriktiveren Migrations- und Handelspolitik sowie des beschleunigten Einsatzes von KI, die den Arbeitsmarkt strukturell bremsen. Das Risiko eines abrupten Nachfrageeinbruchs am Arbeitsmarkt bleibt begrenzt.
Allerdings drohen Belastungen für den Konsum von anderer Seite. Hierzu zählen die höheren Ölpreise infolge des Iran-Kriegs, die wie eine zusätzliche Steuer auf den Konsum wirken und zugleich den Inflationsdruck erhöhen. Hinzu kommen die geopolitischen Unsicherheiten rund um das Verhältnis zwischen den USA und China. (DFPA/ljh)
Die Eyb & Wallwitz Vermögensmanagement GmbH ist einer der größten in Deutschland für die Finanzportfolioverwaltung zugelassener unabhängiger Verwalter mit Sitz in München und Frankfurt. Das 2004 gegründete Haus hat sich einerseits im Bereich diskretionärer Vermögensverwaltungsmandate und andererseits über hauseigene Publikumsfonds auf das institutionelle beziehungsweise semi-institutionelle Kundensegment spezialisiert.