Inmitten wachsender Unsicherheiten an den Finanzmärkten setzen Versicherungen zunehmend auf defensive Anlagestrategien. Wie aus der jüngsten Marktanalyse des US-Vermögensverwalters Goldman Sachs Asset Management hervorgeht, haben viele Versicherer ihre Portfolios bereits vor dem jüngsten Zoll-Schwenk der US-Regierung entsprechend ausgerichtet.
„Die Branche war bereits vorbereitet“, sagte Matthew Armas, globaler Leiter für Versicherungen bei Goldman Sachs Asset Management. „Inflation, Konjunktursorgen und Marktvolatilität waren schon vor der Ankündigung neuer US-Zölle am 2. April die dominierenden Risikofaktoren.“ Der Einstieg in private Märkte sei dabei kein aggressiver, sondern ein defensiver Schritt – als Antwort auf Inflationsängste und zur Stärkung der Diversifikation.
Laut der aktuellen Global Insurance Survey von Goldman Sachs zählen Inflation, das Risiko einer US-Konjunkturabschwächung und die Volatilität an Kredit- und Aktienmärkten zu den größten Sorgen von Versicherungsexperten. Auch Oaktree Capital Management warnt vor Risiken im Bereich Private Credit. „Die große Frage ist, wo sich in Stressphasen unzureichend geprüfte Risiken zeigen“, sagte Gregory Halagan, globaler Leiter für Versicherungslösungen. Oaktree erwarte in einem möglichen globalen Abschwung attraktive Einstiegsmöglichkeiten für risikobewusste Investoren.
Versicherer streben laut MetLife und First Eagle Investments vor allem Kapitalerhalt und stabile Erträge an. Die zunehmende Unsicherheit führe aktuell zu zwei Reaktionen: Einige Gesellschaften legten geplante Allokationen auf Eis, andere suchten aktiv nach widerstandsfähigen Investmentchancen mit stabilen Ertragsprämien, etwa in alternativen oder privaten Märkten. „Das einzige, was derzeit sicher ist, ist die Unsicherheit“, sagte Katie Cowan von First Eagle. In diesem Umfeld spiele Diversifikation eine zentrale Rolle – gerade bei illiquideren Anlagen.
Geoff Cornell von AllianceBernstein warnte indes vor übermäßigem Risiko: „Wir bewegen uns am unteren Ende der Risikoskala. In solch volatilen Märkten ist Vorsicht geboten.“ Die Frage sei, wie sich veränderte Bilanzstrukturen unter Stress wirklich verhalten – besonders, da es seit Jahren keine ernsthafte Kreditkrise mehr gegeben habe. (DFPA/abg)
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Goldman Sachs Asset Management (GSAM) ist der Asset-Management-Bereich der Goldman Sachs Group, Inc. Er bietet institutionellen Investoren und Privatkunden weltweit Investmentstrategien, die sich auf eine breite Palette von Assetklassen und Anlagestilen erstrecken und betreut weltweit ein Vermögen von mehr als zwei Billionen US-Dollar.