Steigende Verteidigungsausgaben Europas dürften die Nachfrage nach Industrie- und Logistikimmobilien deutlich erhöhen, erwarten Experten von BNPP AM Alts in einer Analyse zu den Folgen steigender Verteidigungsausgaben.
Die Verteidigungsausgaben könnten bis 2030 auf 2,9 Prozent des europäischen Bruttoinlandsprodukts steigen könnten. Dadurch könnten 233.000 zusätzliche verteidigungsbezogene Arbeitsplätze in Produktion und Logistik sowie ein zusätzlicher Flächenbedarf von 16 Millionen Quadratmetern entstehen. Dies entspräche rund neun Prozent des durchschnittlichen jährlichen europäischen Logistikflächenumsatzes der vergangenen zehn Jahre.
„Der kurzfristige Fokus auf Aufrüstung dürfte zusätzliche Nachfrage nach Lager- und Produktionsflächen erzeugen. Dieser Anstieg der industriellen Nettoabsorption sollte bedeutende Möglichkeiten beim Erwerb bestehender Immobilien und bei neuen Projektentwicklungen eröffnen“, erklärt Justin Curlow, Global Head of Research & Strategy bei BNPP AM Alts.
Am stärksten dürfte der zusätzliche Bedarf in Großbritannien, Deutschland und Frankreich ausfallen. Das Modell von BNPP AM Alts weist für Großbritannien rund 3,3 Millionen Quadratmeter, für Deutschland etwa 2,9 Millionen und für Frankreich rund 2,2 Millionen Quadratmeter zusätzliche Industrie- und Logistikfläche aus. Besonders profitieren dürften bestehende Verteidigungscluster, die Zugang zu spezialisierten Arbeitskräften, Forschungsinstitutionen und leistungsfähiger Verkehrsinfrastruktur bieten.
Für Deutschland schätzt der Bericht den Umsatz der Verteidigungsindustrie im Jahr 2025 auf 42 bis 48 Milliarden Euro. Rund 150.000 Menschen seien direkt in der Branche beschäftigt; unter Einbeziehung der Zulieferer und der indirekten Beschäftigung steige die Zahl auf ungefähr 250.000. Kurzfristig dürften vor allem West- und Mitteldeutschland von Investitionen in Munition, Mobilität sowie Luft- und Raketenabwehr profitieren.
Mittelfristig verlagere sich das Wachstum stärker zu den Marine- und Schiffbaustandorten im Norden, während Süddeutschland langfristig den Hochtechnologie-Schwerpunkt bilde. Auf Bayern und Baden-Württemberg entfalle bereits heute fast die Hälfte der deutschen Verteidigungsbeschäftigung. (DFPA/ljh)
BNP AM Alts ist die Sparte Alternatives von BNP Paribas Asset Management, der Vermögensverwaltung der internationalen Bankengruppe BNP Paribas. Zum Stand 31. Dezember 2025 verwaltet BNP AM Alts rund 300 Milliarden Euro Assets under Management (AuM).