In ihrer Studie „Wirtschaftliche Effekte europäischer Verteidigungsinvestitionen“ kommen die Beratungsgesellschaft EY (Ernst [&] Young) zu dem Fazit, dass über die Rüstungsindustrie spürbare volkswirtschaftliche Impulse ausgelöst würden, von denen auch andere Sektoren profitieren und zudem mehr als 1,3 Millionen Arbeitsplätze geschaffen beziehungsweise gesichert werden können.
Die europäischen NATO-Länder investieren nach aktuellem Stand in den kommenden Jahren jährlich 72 Milliarden Euro in Rüstung und schaffen beziehungsweise sichern damit 680.000 Arbeitsplätze in Europa. Eine Steigerung der Verteidigungsausgaben auf drei Prozent bedeute jährlich weitere 65 Milliarden Euro Zusatzausgaben und schaffe beziehungsweise sichere zusätzliche 660.000 Arbeitsplätze in Europa. Auch wenn es zu einem Waffenstillstand in der Ukraine kommen sollte, sei eine deutliche Steigerung der Verteidigungsausgaben und eine Expansion des Rüstungssektors in Europa zu erwarten. Forschung und Entwicklung sowie Technologiebereiche von Unternehmen profitieren – positive Spillover-Effekte in andere Industrien wären zu erwarten. Private-Equity-Investitionen dürften aufgrund des zunehmenden Wachstumskapitalbedarfs steigen.
„Die Verteidigungsinvestitionen der europäischen NATO-Länder fließen größtenteils an Unternehmen der europäischen Rüstungsindustrie und führen hier zu erheblichen Einkommens- und Wertschöpfungseffekten“, erklärt Jan Friedrich Kallmorgen, Senior Partner bei EY-Parthenon. „Diese Investitionen kommen nicht nur dem Rüstungssektor zugute. Es profitieren auch die Metallindustrie, aber auch Dienstleister wie Transport- und Logistikunternehmen, der Metallhandel und Forschungsinstitute. Damit ist Verteidigungspolitik zugleich Industriepolitik – was für die gesellschaftliche Debatte sehr wichtig ist.“
„Der positive Einfluss auf den europäischen Arbeitsmarkt ist enorm“, ergänzt Dr. Matthias Danne, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der DekaBank. Die aktuell geplanten Verteidigungsinvestitionen der NATO-Länder schaffen beziehungsweise sichern der Studie zufolge europaweit rund 190.000 direkte Arbeitsplätze allein in der Rüstungsindustrie und etwa 340.000 indirekte Arbeitsplätze bei Zulieferern. Außerdem entstehen rund 150.000 induzierte Arbeitsplätze, etwa durch die mit den neuen Einkommen finanzierten Konsumausgaben.
Auf diese Weise würden weitere Arbeitsplätze, insbesondere bei Herstellern von Lebensmitteln und Konsumgütern sowie im Handel, gesichert. Insgesamt würden damit durch die bereits jetzt geplanten Verteidigungsinvestitionen etwa 680.000 Arbeitsplätze in Europa neu geschaffen beziehungsweise erhalten. „Die Länder mit den höchsten Beschäftigungseffekten sind Deutschland, Polen und das Vereinigte Königreich. Allein in Deutschland sichern diese Investitionen unmittelbar mehr als 137.000 Arbeitsplätze“, stellt Deka-Vorstand Danne fest. (DFPA/ljh)
Ernst [&] Young ist ein unter dem Kürzel EY global operierendes Netzwerk rechtlich selbstständiger und unabhängiger Unternehmen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Transaktionsberatung, Risk Advisory, Financial Advisory sowie Unternehmens- beziehungsweise Managementberatung und klassische Rechtsberatung.
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