Alexandra Symeonidi, CFA, Corporate Credit Analyst im Emerging Markets Debt Team bei der US-amerikanischen Vermögensverwaltung William Blair Investment Management, sieht ein gutes Jahr 2025 für Basismetalle.
Die globale Energiewende und die steigende Nachfrage nach Basismetallen wie Kupfer und Aluminium eröffnen den Anlegern in den Schwellenländern interessante Möglichkeiten. Da diese Metalle überwiegend in den Schwellenländern produziert werden, können höhere Preise sowohl den Produzenten als auch den jeweiligen Ländern (durch höhere Steuereinnahmen) erhebliche Vorteile bringen. Mögliche Herausforderungen einer zweiten Trump-Regierung, wie Zölle und höhere Zinsen, könnten jedoch Risiken mit sich bringen.
Tonerde: Das herausragende Basismetall des Jahres 2024
Tonerde erwies sich als das herausragende Metall des Jahres 2024, angetrieben durch erhebliche Störungen in der Versorgungskette. Dazu gehörten vor allem Probleme bei der Bauxitproduktion in Guinea, dem weltweit größten Exporteur, die durch zusätzliche Bauxitausfälle in anderen Ländern und Unterbrechungen der australischen Tonerdeproduktion noch verstärkt wurden. Diese Faktoren führten zu einer dramatischen Verdoppelung der Preise für Tonerde (ohne China), die auf Rekordhöhen stiegen. Diese Versorgungsprobleme sind zwar größtenteils kurzfristig, könnten aber andauern und die Preise auch im laufenden Jahr in die Höhe treiben.
Ein gutes Jahr für andere Basismetalle
Im gesamten Komplex der unedlen Metalle brachte das Jahr 2024 kräftige Zuwächse, vor allem aufgrund der gestiegenen Nachfrage Chinas, die durch umweltfreundliche Investitionen und höhere Exporte von weiterverarbeitenden Produkten unterstützt wurde. Insbesondere die starke Performance von Tonerde hat die Aluminiumpreise in die Höhe getrieben, da Tonerde ein wichtiger Rohstoff für die Aluminiumproduktion ist.
Kupfer: Das Basismetall im Jahr 2025
Für das Jahr 2025 erwarten wir ein anhaltendes Nachfragewachstum im Zusammenhang mit der Energiewende, das wichtige Metalle wie Kupfer und Aluminium stützen wird. Die Aufhebung der Exportsteuerermäßigung für bestimmte Metalle durch China könnte die Preise auf den Märkten außerhalb Chinas weiter stützen. So wird insbesondere Kupfer im Jahr 2025 im Mittelpunkt stehen wird, da es in einzigartiger Weise auf die Dynamik von Angebot und Nachfrage sowie auf breitere makroökonomische Trends reagiert.
Trump-Zölle versus chinesische Konjunkturprogramme
Eine Trump 2.0-Regierung die Metallmärkte durch Zölle belasten und den globalen Handel stören. Außerdem könnten ein stärkerer US-Dollar (der Metalle teurer macht) und anhaltend hohe Zinsen die Lieferketten und die Nachfrage einschränken. Potenzieller Rückenwind könnte jedoch von den chinesischen Konjunkturprogrammen, der wachsenden Nachfrage aus der grünen Wirtschaft und den anhaltenden Versorgungsengpässen ausgehen, die die Metallpreise etwas stützen könnten. (DFPA/abg)
William Blair Investment Management ist in den Bereichen Investment Banking, Investitionsmanagement und private Vermögensverwaltung tätig. Der Hauptsitz des Unternehmens liegt in Chicago, die globale Präsenz erstreckt sich in über 20 Städte auf der ganzen Welt.