Das Wirtschaftswachstum liegt in den Schwellenländern mit rund vier Prozent deutlich höher als das der Industrieländer. Dadurch rücken auch Schwellenländer-Bonds verstärkt in den Fokus des Anlegerinteresses. Eine Einschätzung von Michael Vander Elst, Leiter Emerging Market Debt bei DPAM Degroof Petercam Asset Management.
Die Renditen von Staatsanleihen aus Schwellenländern liegen deutlich über denen von Anleihen aus Industrieländern. Bei Anleihen in Lokalwährung können Wechselkursveränderungen eine zweite Gewinnquelle sein. Faktoren wie bessere Handelsbedingungen, eine glaubwürdige Inflationskontrolle und hohe Zentralbankreserven erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Wechselkursgewinne, verringern die Volatilität und ziehen ausländische Investoren an.
Viele Schwellenländer befinden sich in einer früheren Phase ihres Konjunkturzyklus als die USA oder der Euroraum. Ihre Produktionslücken verringern sich, die privaten Kredite wachsen kontrolliert und die Investitionstätigkeit zieht an. Die Märkte reagieren oft mit einer Verringerung der Spreads; die Renditekurven für Staatsanleihen flachen dann am langen Ende ab, was zu Kapitalgewinnen für Anleger führt.
Schwellenländeranleihen reagieren auf andere Faktoren als Anleihen aus Industrieländern oder globale Aktien. Das liegt an der heimischen Inflationsentwicklung, Rohstoffengagements und spezifische Politikzyklen und kann Wertschwankungen im Portfolios verringern.
Mehrere Schwellenländer haben mit fiskalischen Regeln, Subventionsreformen oder einer besseren Steuererhebung finanzielle Puffer aufgebaut. Rohstoffexporteure haben ihre Außenhandelsdefizite reduziert und ihre Reserven erhöht.
In einigen Schwellenländern lässt die Inflation nach, begünstigt durch straffere Geldpolitik und nachlassende Angebotsschocks. Die Zentralbanken haben dank rückläufiger Inflationserwartungen mehr Spielraum für Zinssenkungen.
Anleger wenden sich auf der Suche nach höheren Renditen und einer breiteren Portfoliodiversifizierung zunehmend Schwellenländeranleihen zu. Die politische Unsicherheit während der Trump-Regierung und Fragen zur Glaubwürdigkeit der US-Geldpolitik haben zu einer deutlichen Umschichtung weg von US-Dollar-Vermögenswerten geführt. Dieses wachsende Interesse stützt die Preise, verbessert die Marktliquidität und kann dazu beitragen, die Finanzierungskosten für Emittenten zu senken.
Fazit: Schwellenländeranleihen bieten Rendite, Diversifizierung und viele Katalysatoren in Bezug auf Politik und Kreditwürdigkeit. Die Anlageklasse ist ausgereift, die Käuferbasis breit und die Chancen sind vielfältig. (DFPA/ljh)
Als Teil der Indosuez Wealth Management Group bietet DPAM Degroof Petercam Asset Management aktive, nachhaltige Asset-Management-Dienstleistungen, die auf internem Research basieren. DPAM verwaltet Publikumsfonds sowie diskretionäre Mandate im Auftrag institutioneller und professioneller Kunden, Finanzintermediäre und Vertriebsgesellschaften mit einem Gesamtvolumen von 49,4 Milliarden Euro (Stand: Juni 2025).
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