Die Finanzierung von Naturschutz und Biodiversität steht laut dem Weltwirtschaftsforum (WEF) vor einem Wendepunkt. In seinem neuen Bericht „Finance Solutions for Nature: Pathways to Returns and Outcomes“, der in Zusammenarbeit mit McKinsey [&] Company veröffentlicht wurde, identifiziert das WEF zehn prioritäre Finanzinstrumente, die Kapitalströme in naturpositive Projekte weltweit lenken sollen.
Demnach könnte die gezielte Nutzung von Anleihen, Fonds und marktgestützten Mechanismen Investitionen in Höhe von mehreren hundert Milliarden US-Dollar mobilisieren. Zu den zentralen Hebeln zählen Nachhaltigkeitsanleihen und -kredite, Impact-Fonds, Umweltzertifikate, Schulden-gegen-Natur-Tausche sowie Zahlungen für Ökosystemleistungen.
Laut WEF ist privates Kapital bislang noch stark unterrepräsentiert: Weniger als 20 Prozent der globalen Naturfinanzierung von rund 200 Milliarden US-Dollar jährlich stammen aus privaten Quellen. Dabei sei die wirtschaftliche Chance erheblich – der Übergang zu einer „nature-positive economy“ könne bis 2030 ein zusätzliches jährliches Geschäftsvolumen von über zehn Billionen US-Dollar schaffen.
Um Naturfinanzierung in den Mainstream zu bringen, nennt der Bericht fünf Voraussetzungen: standardisierte Daten und Kennzahlen, stärkere Risikoabsicherung, eine verlässliche Pipeline investierbarer Projekte, politische Rahmenbedingungen für naturpositive Märkte sowie Anreizsysteme, die den ökologischen Wert von Natur umfassend abbilden.
„Natur ist bislang unterbewertet, unterfinanziert und unterbewirtschaftet“, schreiben WEF-Expertin Akanksha Khatri und McKinsey-Partner Josh Katz im Vorwort. Es brauche jetzt koordinierte Maßnahmen von Finanzsektor, Staaten und Entwicklungsbanken, um die natürlichen Lebensgrundlagen auch ökonomisch zu sichern. (DFPA/abg)
Den vollständigen Report als PDF finden Sie hier.
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