Nach der gestrigen EZB-Entscheidung, die Leitzinsen im Euroraum unverändert zu lassen, richten sich nun alle Blicke auf September: „Wir rechnen sowohl bei der EZB als auch bei der Fed im September mit einer Leitzinssenkung um 0,25 Prozentpunkte“, sagt Robert Greil, der Chefstratege von Merck Finck.
Er verweist auf die laut EZB-Präsidentin Christine Lagarde „Wait and Watch“-Situation, in der sich die EZB wie auch die Fed derzeit befinden. Greil: „Die immer noch vorhandene Zollunsicherheit erfordert Geduld.“ Sollte es zu den noch erwarteten US-Zolldeals – auch mit der EU – kommen, dann wäre das Bild klarer.
Greil: „Die Aussicht auf weitere Leitzinssenkungen sind mit der sich besser als befürchtet haltenden Weltwirtschaft und der Aussicht auf steigende Fiskalausgaben bei den gerade in den USA bestehenden Deregulierungstendenzen die Basis, auf der die neuen Allzeithochs an den Aktienmärkten fußen.“ Und weiter: „Kurzfristig könnten erst einmal weitere Zolldeals für anhaltenden Rückenwind sorgen, wobei die zu erwartende Volatilität unverändert für eine breit diversifizierte Anlagestrategie spricht, in der Aktien aus unserer Sicht übergewichtet bleiben sollten.“ (DFPA/ljh)
Merck Finck ist Teil der Quintet Private Bank, die mit örtlichen Banken an 45 Standorten in sechs europäischen Ländern vertreten ist und ein Kundenvermögen in Höhe von rund 100 Milliarden Euro verwaltet.