Die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zu den Baugenehmigungen zeigen einen Anstieg sowohl im Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser als auch bei Mehrfamilienhäusern. Im Januar 2026 wurden 19.500 Wohnungen genehmigt. Das entspricht einem Anstieg von 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Auch bei Mehrfamilienhäusern verzeichnen die aktuellen Daten erneut ein Plus vom 7,1 Prozent (das entspricht 10.500 genehmigten Neubauwohnungen) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Trotz dieser positiven Entwicklung warnt der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) vor überzogenen Erwartungen.
„Für Euphorie ist es deutlich zu früh. Entscheidend für eine echte Entspannung am Wohnungsmarkt sind nicht allein steigende Genehmigungszahlen, sondern vor allem mehr Fertigstellungen”, sagt ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan. Angesichts der weiterhin hohen Baukosten – diese sind zwischen 2015 und Ende 2023 um rund 60 Prozent gestiegen – müssten einige Maßnahmen ergriffen werden, um den Wohnungsbau nachhaltig anzukurbeln, darunter eine Erleichterung beim Bauen und damit die Senkung der Baukosten, insbesondere durch einen neuen Basisstandard Wohnen. Zudem soll die Staatsquote von ca. 37 Prozent gesenkt werden, zum Beispiel durch den Erlass der Grunderwerbssteuer für der Erwerb der ersten Wohnimmobilie.
Auch eine Einführung von eigenkapitalersetzenden Maßnahmen, wie Staatsbürgschaften, fordert der ZIA. Der geplante Deutschlandfonds sei dabei ein richtiger Ansatz. Entscheidend sei, dass er auch konsequent für den Wohnungsbau geöffnet wird.
„Erst wenn wir diese strukturellen Hebel entschlossen bewegen, entsteht aus steigenden Genehmigungszahlen tatsächlich neuer Wohnraum”, so Özkan. „Kontraproduktiv in dieser Situation sind dagegen zusätzliche Debatten über Verschärfungen im Mietrecht oder gar Vergesellschaftung. Sie verunsichern Investoren und bremsen genau die privaten Mittel aus, die wir für den Wohnungsbau dringend benötigen“, so Özkan weiter. (DFPA/mb)
Der Zentrale Immobilien Ausschuss e.V. (ZIA) ist der Spitzenverband der Immobilienwirtschaft. Er spricht durch seine Mitglieder, darunter mehr als 30 Verbände, für rund 37.000 Unternehmen der Branche entlang der gesamten Wertschöpfungskette.