Die deutsche Immobilienwirtschaft fordert angesichts der anhaltenden Krise im Wohnungs- und Bausektor tiefgreifende Reformen. Das Frühjahrsgutachten 2026 des Zentraler Immobilien Ausschuss (ZIA) warnt vor strukturellen Schwächen und mahnt schnellere Genehmigungen, niedrigere Erwerbsnebenkosten und eine Überprüfung der Mietregulierung an.
Nach zwei Rezessionsjahren wuchs die deutsche Wirtschaft 2025 nur um 0,2 Prozent. Besonders stark betroffen ist die Bauwirtschaft, deren Bruttowertschöpfung rund 25 Prozent unter dem Niveau von 2022 liegt. Im Wohnungsbau bleibt die Lage angespannt: Für 2025 werden nur knapp 235.000 Fertigstellungen erwartet, für 2026 lediglich 215.000 – bei einem jährlichen Bedarf von rund 257.000 Wohnungen.
Der ZIA übergab das Gutachten an die Parlamentarische Staatssekretärin im Bauministerium, Sabine Poschmann. ZIA-Präsidentin Iris Schöberl sprach von einer strukturellen Krise und forderte grundlegende Reformen statt Einzelmaßnahmen. Auch die sogenannten Immobilienweisen sehen ohne bessere Rahmenbedingungen die Gefahr eines nachhaltigen Wachstums- und Produktivitätsverlusts.
Trotz der insgesamt schwachen Entwicklung zeigen einzelne Segmente Stabilisierungstendenzen. Inflation und Zinsen haben sich zuletzt beruhigt, Renditen gelten als stabilisiert. Logistik- und Hotelimmobilien entwickelten sich robust, und bei Wohnimmobilien scheint die Preiskorrektur weitgehend abgeschlossen. Eine spürbare Erholung der Gesamtbranche erwarten die Gutachter jedoch frühestens ab 2027. (DFPA/abg)
Der Zentrale Immobilien Ausschuss e.V. (ZIA) mit Sitz in Berlin ist eine Interessenvertretung der deutschen Immobilienwirtschaft. Er hat die Verbesserung des wirtschaftlichen, rechtlichen, steuerlichen und politischen Umfelds der Immobilienbranche zum Ziel. Als Unternehmer- und Verbändeverband sind im Jahr 2006 gegründeten ZIA 33 Mitgliedsverbände zusammengeschlossen.