Häufigere und heftigere Starkregenereignisse erhöhen weltweit den Investitionsbedarf in Wasserschutz und innovatives Regenwassermanagement. Darauf weist Holger Frey, Portfolio Manager Themenfonds bei der Zürcher Kantonalbank/Swisscanto, in einem aktuellen Kommentar hin.
Für Anleger entstünden dadurch „deutliche Renditepotenziale“, da Infrastruktur, Resilienzlösungen und digitale Systeme stark ausgebaut werden müssten. Frey verweist auf jüngste Fluten in Asien, Süd- und Mitteleuropa sowie massiv steigende Schadenssummen: Laut Analysehäusern wie Bluefield Research und Munich Re verursachten Starkregen- und Unwetterereignisse seit 2020 allein in den USA jährlich im Schnitt 22 Milliarden-Schäden. Weltweit beliefen sich die Hochwasserkosten der vergangenen fünf Jahre auf rund 325 Milliarden US-Dollar.
Insbesondere in den USA sei die Wasserinfrastruktur chronisch unterfinanziert. Schon 2019 bestand laut ASCE und Value of Water Campaign eine jährliche Investitionslücke von 81 Milliarden US-Dollar; bis 2039 könnte sie auf 136 Milliarden anwachsen. Nur 7,5 Prozent der US-Wasserfinanzierung entfielen bislang auf Regenwasser-Management – trotz wachsender Risiken.
Bis 2030 sollen die Investitionen in Regenwasser-Systeme in den USA von 34,6 auf 54,5 Milliarden US-Dollar steigen, ein jährliches Wachstum von 6,7 Prozent. Treiber seien Urbanisierung, zunehmende Bodenversiegelung, strengere Regulierung wie das US-Bipartisan Infrastructure Law oder die EU-Abwasserrichtlinie sowie das steigende öffentliche Bewusstsein für Wasserqualität.
Die Branche reicht laut Frey von klassischer „grauer“ Infrastruktur – etwa Pumpen, Auffangbecken und Wasseraufbereitung – über „grüne“ Lösungen wie wasserdurchlässige Beläge oder Regengärten bis hin zu smarten digitalen Systemen, die Starkregen in Echtzeit managen.
Unternehmen, die Resilienz, Infrastruktur und Hygiene adressieren, könnten vom Nachholbedarf profitieren. Für langfristig orientierte Anleger eröffne das Thema Wasser- und Wasserschutz attraktive Wachstumschancen. (DFPA/abg)
Swisscanto mit Sitz in Zürich ist ein Fondsdienstleister im Verbund der Zürcher Kantonalbank. Unter der Marke „Swisscanto Invest“ bietet die Unternehmensgruppe Produkte und Dienstleistungen im Anlage- und Vorsorgebereich für private und institutionelle Anleger an und verwaltet ein Vermögen von rund 217 Milliarden Schweizer Franken in Fonds unter Schweizer und Luxemburger Recht.