Der Bundesverband Alternative Investments e.V. (BAI) hat seine aktuelle Studie „Infrastruktur-Report Deutschland 2025 – Investitionen zwischen Aufbruchstimmung und marodem kommunalen Bestand“ veröffentlicht. Demnach hält die hohe Nachfrage nach Infrastrukturinvestitionen durch deutsche institutionelle Investoren ungebrochen an. Doch Deutschland bleibt für private Infrastrukturinvestoren schwierig.
Nicht erst seit dem 500 Mrd. Euro schweren staatlichen Infrastruktur-Sondervermögen ist der Investitionsbedarf in deutsche Infrastruktur in aller Munde. Die Bedeutung von Infrastruktur in den Portfolios institutioneller Investoren wächst – doch das investierbare Angebot in Deutschland hinkt weiter hinterher. Der neue BAI-Report zeigt: Während die Allokation in Infrastruktur weltweit zunimmt, fließt deutsches Kapital oft ins Ausland. Gründe sind fehlende Projekte, langwierige Genehmigungen und wenig wettbewerbsfähige Risiko-Rendite-Profile.
Gerade im Bereich kommunaler Infrastruktur offenbart sich ein massiver Investitionsstau: Rund 186 Milliarden Euro beziffern die Kommunen selbst ihren Bedarf – insbesondere bei Schulen, Straßen und Netzinfrastruktur. Bisher spielen private Investoren hier kaum eine Rolle. Dabei sehen viele institutionelle Anleger die kommunale Infrastruktur grundsätzlich als attraktives Feld: stabile Cashflows, staatliche Absicherung, lokaler Fokus. Doch kleinteilige Strukturen und politische Skepsis gegenüber privatem Kapital verhindern bislang tragfähige Investmentmodelle.
Der BAI fordert nun, Bürokratie abzubauen, Prozesse zu standardisieren und durch staatliche Hebel – etwa Garantien oder First-Loss-Modelle – privates Kapital besser anzuziehen. Hoffnung machen Entwicklungen im Bereich erneuerbare Energien: Kürzere Genehmigungsverfahren und wachsendes Projektvolumen lassen erste Erfolge erkennen. Die Energiewende, so der Report, wird ohne privates Kapital nicht zu stemmen sein – ebenso wenig wie der Erhalt der maroden Infrastruktur im Land.
Fazit der Studie: Der politische Wille zur Zusammenarbeit mit privatem Kapital ist da – jetzt muss der regulatorische und administrative Rahmen folgen. Denn ohne massive private Mittel bleibt die Lücke zwischen Investitionsbedarf und Realität weiter bestehen.
Basierend auf Daten von 111 deutschen institutionellen Investoren, aktueller Fachliteratur, Branchendaten sowie Experteninterviews mit 15 Branchenvertretern analysiert der Report die Herausforderungen privater Infrastrukturinvestments in Deutschland. Er bietet eine ausführliche Diskussion von Lösungsansätzen für mehr private Investitionen in deutsche Projekte und kommunale Infrastruktur. (DFPA/abg)
Hier erhalten Sie den vollständigen “Infrastruktur-Report Deutschland 2025”
[nbsp]
Der Bundesverband Alternative Investments e.V. (BAI) mit Sitz in Bonn ist die Interessenvertretung der Alternative-Investment-Branche in Deutschland. Der 1997 gegründete Verband hat 244 Mitgliedsunternehmen aus allen Bereichen des professionellen Alternative-Investments-Geschäfts, wie zum Beispiel Banken, Fondsgesellschaften, Beratungsunternehmen, Hedge- und Private-Equity-Fonds sowie Branchen-Dienstleister.