"Family Offices sollten mit US-Immobilien diversifizieren"

Eine Portfoliobeimischung mit US-Immobilien erlaubt nach wie vor erhebliche Diversifikationsvorteile. Das gelte gerade auch für risikoaverse Investoren wie Family Offices. Dies schreiben Prof. Dr. Sven Bienert, Leiter des Kompetenzzentrums für Nachhaltigkeit in der Immobilienwirtschaft an der International Real Estate Business School (IREBS) an der Universität Regensburg, und Thomas Gütle, geschäftsführender Gesellschafter der US Treuhand Verwaltungsgesellschaft für US-Immobilienfonds, am 17. Mai 2019 im Private Banking Magazin. Sie fassen in ihrem Artikel eine Studie der IREBS zusammen, in der untersucht wurde, ob ein nennenswerter Diversifikationsvorteil zwischen US-amerikanischen und europäischen Immobilienmärkten besteht. Dabei hat IREBS verschiedene Teilmärkte untersucht und auf Korrelationen untereinander überprüft.

Das erste Ergebnis lautet, dass US-Immobilien in den zehn Jahren von 2008 bis 2018 in vielen Teilmärkten höhere durchschnittliche Renditen pro Jahr – bestehend aus Wertänderungs- und Cashflow-Renditen – erzielen konnten als europäische Vergleichsmärkte, auch nach Berücksichtigung von Währungseffekten. Die stärkste Performance zeigten US-Wohnimmobilien. Bei ihnen betrage die durchschnittliche Jahresrendite 11,67 Prozent. Die Investoren niederländischer Gewerbeimmobilien mussten sich beispielsweise mit 2,28 Prozent begnügen.

Für den Diversifikationsvorteil sei das zweite Ergebnis der Studie das entscheidende: Die Korrelationen zwischen den Entwicklungen an den US-amerikanischen und den untersuchten europäischen Immobilienmärkten sind in der Regel moderat. Ein Korrelationskoeffizient von „1“ bedeutet einen hundertprozentigen Gleichlauf, „-1“ impliziert einen Gleichlauf mit umgekehrten Vorzeichen und „0“ deutet auf keinerlei Zusammenspiel hin. Einzig der britische Büroimmobilienmarkt weise sehr hohe positive Korrelationen zu US-Immobilienmärkten auf.

In allen anderen Märkten sind die Korrelationen moderat. Deutsche Gewerbeimmobilien beispielsweise erreichen im Durchschnitt einen Koeffizienten von 0,441 zu den US-amerikanischen Teilmärkten. Über alle europäischen Teilmärkte hinweg liegt der mittlere Korrelationskoeffizient zwischen 0,383 bei US-Hotels und 0,572 bei US-Handelsimmobilien. Eine Beimischung US-amerikanischer Immobilien zu einem europäischen Portfolio bringe somit einen klaren Diversifikationsvorteil, so die Autoren.

Als drittes ist die Studie der Frage nachgegangen, inwiefern sich durch diese Beimischung ein risikoadjustierter Renditevorteil ergibt. Dazu hat die IREBS Effizienzlinien für europäische, US-amerikanische und diversifizierte Portfolios ermittelt und die „Sharpe Ratio“, also die risikobereinigte Überrendite, eines rein europäischen Portfolios der eines europäisch-amerikanischen Portfolios gegenübergestellt. Ergebnis: Durch die Diversifikation mit US-Immobilien konnte eine relative jährliche Überrendite von 8,2 Prozent erzielt werden, und zwar bei identischem Risiko.

Das Fazit der Autoren: Gerade risikoaverse Investoren wie Family Offices, die hauptsächlich einen langfristigen Kapitalerhalt über Generationen hinweg anstrebten, sollten vor diesem Hintergrund einen Teil ihres Kapitals in US-Immobilien allokieren, um ihr Immobilienportfolio effektiv zu diversifizieren. Multifamily-Investments in den Secondary Cities seien dazu am besten geeignet. (AZ)

www.private-banking-magazin.de

Zurück

Pressedigest

Frank Krause übernimmt die Leitung des Private Banking der Hamburger ...

Der aktuelle "Fondsbrief Nr. 345" des Informationsportals "Rohmert-Medien" ...