Impact-Branche vor Bedeutungsverlust in Brüssel
Der Mitgründer von Impact Finance Belgium, Steven Serneels, warnt in einem Gesprcäch mit dem niederländischen Online-Portal Impact Investor vor einem schwindenden Einfluss auf die Regulierung der Europäischen Union. Ohne stärkere Zusammenarbeit drohe die Branche gegenüber klassischen Finanzlobbys weiter an Gewicht zu verlieren.
Steven Serneels kritisiert die laut einer Analyse der Organisation zersplitterte Struktur des europäischen Impact-Ökosystems. Zahlreiche Marktakteure und Interessenvertretungen arbeiteten nebeneinander her und sprächen nicht mit einer gemeinsamen Stimme. Dadurch würden Anliegen des Impact Investing in Brüssel zunehmend von größeren Finanz- und Industrieverbänden verdrängt.
Besonders bei Debatten um EU-Regulierungen wie die Nachhaltigkeitsberichterstattung oder neue Offenlegungspflichten sei die Branche kaum wahrgenommen worden, erklärte Serneels. Gleichzeitig habe sich der politische Fokus in Europa verschoben: Nachhaltigkeit werde zunehmend nur noch unter industrie- oder geopolitischen Gesichtspunkten diskutiert.
Serneels warnte zudem vor einer zu engen Definition von Impact Investing. Dies schrecke institutionelle Investoren wie Versicherer oder Pensionsfonds ab. Stattdessen plädierte er für einen breiteren Ansatz, der nachhaltige und wirkungsorientierte Investments gemeinsam betrachte.
Nach Angaben von Impact Finance Belgium laufen bereits Gespräche über eine engere Zusammenarbeit mit europäischen Branchenorganisationen wie dem European Sustainable Investment Forum und dem Global Steering Group for Impact Investment. Ziel sei eine gemeinsame Interessenvertretung auf EU-Ebene. (DFPA/abg)
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