Impact Investing: Gezielte Feldbesuche statt Impact-Konferenzen
Konferenzen und Gipfeltreffen im Bereich der sozialen Wirkung stehen zunehmend in der Kritik. Nach Einschätzung der Experten Bonnie Chiu und Peter Ptashko vom Informationsportal Pioneer Post liefern viele Veranstaltungen zu wenig konkrete Ergebnisse und binden zugleich erhebliche finanzielle und zeitliche Ressourcen.
In einem aktuellen Beitrag hinterfragen die Autoren den Nutzen der zahlreichen Summits, Foren und Dialogformate, die sich im Impact-Sektor etabliert haben. Häufig seien diese Treffen selbst zum Geschäftsmodell geworden, bei dem Organisationen vor allem durch Sponsoring und wiederkehrende Veranstaltungen Einnahmen generierten.
Zugleich bleibe der tatsächliche Fortschritt begrenzt. Trotz wachsender Zahl an Konferenzen fließe Kapital nicht in dem notwendigen Umfang in soziale und ökologische Projekte, kritisieren die Autoren. Zudem seien viele Veranstaltungen wenig inklusiv, da insbesondere Akteure aus der Praxis und lokale Initiativen oft nicht eingebunden würden.
Nach Einschätzung von Chiu und Ptashko reproduzieren solche Formate bestehende Machtstrukturen, anstatt sie aufzubrechen. Die Teilnahme sei häufig privilegierten Gruppen vorbehalten, während zentrale Herausforderungen vor Ort unzureichend berücksichtigt würden.
Die Autoren sehen dennoch einen gewissen Wert in Konferenzen, etwa durch zufällige Begegnungen und neue Kooperationen. Entscheidend sei jedoch, dass diese Treffen als Mittel zum Zweck verstanden werden. Der Fokus müsse stärker auf langfristigen Beziehungen, konkreten Projekten und der tatsächlichen Wirkung liegen.
Statt weiterer Großveranstaltungen plädieren die Experten für alternative Ansätze, darunter gezielte Feldbesuche, direktere Finanzierungslösungen und inklusivere Formen der Zusammenarbeit. Ziel müsse es sein, Vertrauen aufzubauen und nachhaltige Veränderungen anzustoßen, anstatt lediglich den Austausch zu organisieren. (DFPA/abg)
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