Impact-Investoren entdecken Krisenregionen als neues Betätigungsfeld
Angesichts wachsender Konflikte und humanitärer Krisen fordern Entwicklungsbanken und Hilfsorganisationen mehr privates Kapital für fragile Staaten und Konfliktregionen. Experten sehen insbesondere bei Infrastruktur, Energieversorgung und kleinen Unternehmen Chancen für sogenannte Impact-Investments, schreibt Karolina Adamkiewicz für das britische Portal impactInvestor.
Nach Angaben der OECD leben rund zwei Milliarden Menschen in fragilen oder extrem fragilen Staaten. Gleichzeitig ist die Zahl bewaffneter Konflikte laut Internationalem Roten Kreuz in den vergangenen 15 Jahren auf etwa 130 gestiegen. Vor diesem Hintergrund wächst der Druck, neue Finanzierungsmodelle jenseits klassischer Entwicklungshilfe zu schaffen.
Vertreter von Entwicklungsbanken und Hilfsorganisationen werben deshalb für „Humanitarian Blended Finance“, bei der öffentliche Gelder genutzt werden, um privates Kapital zu mobilisieren. Ziel sei es, langfristige Investitionen in Regionen mit hoher Armut und schwacher Infrastruktur zu ermöglichen.
Als Beispiel gilt ein Wasserprojekt im kongolesischen Goma, das bis 2026 rund 330.000 Menschen mit Trinkwasser versorgen soll. Finanziert wird das Vorhaben unter anderem von Weltbank, Entwicklungsagenturen und privaten Geldgebern. Langfristig soll das Projekt wirtschaftlich tragfähig betrieben werden.
Besonders gefragt seien Investitionen in Wasser- und Energieversorgung, digitale Dienstleistungen sowie kleine und mittlere Unternehmen. Allein im Kongo gebe es rund vier Millionen Kleinst- und Kleinunternehmen, die oft keinen Zugang zu Krediten hätten.
Auch die Ukraine rückt verstärkt in den Fokus von Investoren. Entwicklungsbanken sehen dort vor allem Bedarf bei Energie- und Logistikinfrastruktur sowie bei der Unterstützung verlagerten Unternehmen. Experten erwarten, dass Risikoabsicherungen und Mischfinanzierungen künftig weiter an Bedeutung gewinnen. (DFPA/abg)
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