Institutionelle Investoren treiben Secondary-Markt auf Rekordniveau
Das Geschäft mit sogenannten Secondaries im Private-Equity- und Kreditbereich erlebt einen starken Aufschwung. Mehrere große börsennotierte Asset-Manager wie Ares Management, The Carlyle Group und Blackstone berichteten im zweiten Quartal von kräftigem Mittelzufluss in diese Anlagestrategie, analysiert der US-Finanz- und Wirtschaftsinformationsdienst „Pension & Investments“.
Treiber sind vor allem institutionelle Investoren wie große Pensionsfonds, die nach mehr Flexibilität und Liquidität suchen – teils, weil Rückflüsse aus Private-Equity-Fonds ausbleiben und Beteiligungen verkauft werden müssen, teils als Käufer auf der Suche nach attraktiven Portfolios.
Ares-CEO Michael Arougheti sagte, die Secondaries-Sparte sei einer der wichtigsten Wachstumstreiber des Unternehmens. Das verwaltete Vermögen in diesem Bereich sei binnen zwölf Monaten um 29 Prozent auf knapp 34 Milliarden US-Dollar gestiegen. Zudem habe Ares 1,2 Milliarden Dollar für den ersten Kredit-Secondaries-Fonds eingeworben und plane für das vierte Quartal den Start des zehnten Immobilien-Secondaries-Fonds.
Auch Carlyle verzeichnete starke Zuwächse: Die Secondaries- und Co-Investment-Tochter AlpInvest verwaltet inzwischen 97 Milliarden Dollar und legte im Juni einen 4,1 Milliarden Dollar schweren Co-Investment-Fonds auf. Blackstone hat sein Secondaries-Geschäft in den vergangenen fünf Jahren auf 91 Milliarden Dollar verdoppelt und sammelt derzeit Kapital für einen neuen Private-Equity-Secondaries-Fonds ein, der mindestens so groß werden soll wie der Vorgänger mit 22 Milliarden Dollar.
Marktbeobachter sprechen von einem Rekordniveau: Das Transaktionsvolumen überstieg im ersten Halbjahr 100 Milliarden Dollar. Blue Owl Capital warnte jedoch vor einer „manischen“ Stimmung am Markt. Co-CEO Marc Lipschultz betonte, man wolle nicht dem Hype folgen, sondern als „durchdachter Käufer“ agieren.
Auch die größten US-Pensionsfonds prüfen Secondaries-Transaktionen. CalPERS erwägt Verkäufe von Beteiligungen aus den Jahren 2020 und 2021, die hinter den historischen Wertsteigerungsraten zurückbleiben. CalSTRS sieht den Markt ebenfalls als fortlaufende Option zur Optimierung des Private-Equity-Portfolios. (DFPA/abg)
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